Welt-Aids-Tag am 1. Dezember
HIV: Kein Grund zur Entwarnung

Auch wenn die Weltgesundheitsorganisation WHO die Zahl der mit dem Aids-Erreger HIV Infizierten deutlich nach unten korrigiert hat: Grund zur Entwarnung sehen Experten keineswegs. Denn der Rückgang beruht nicht auf dem ersehnten Durchbruch im Kampf gegen die Krankheit.

HB FRANKFURT. Die Nachricht bot nur auf den ersten Blick Grund zur Hoffnung: Die weltweite Zahl der HIV-infizierten Menschen sei von fast 40 Millionen im Jahr 2006 auf rund 33 Millionen im Jahr 2007 gesunken, erklärte Kevin de Cock. Aber der deutliche Rückgang, so der Leiter des HIV-Programms der Weltgesundheitsorganisation WHO, beruhe nicht auf dem ersehnten Durchbruch im Kampf gegen das Virus, sondern auf der Korrektur früherer, überhöhter Schätzungen. 2,5 Millionen Menschen steckten sich im Jahr 2007 mit dem HI-Virus an. 2,1 Millionen Infizierte starben an der Immunschwäche Aids.

Am beunruhigendsten ist die Lage in Afrika südlich der Sahara: Dort leben rund zwei Drittel der HIV-Infizierten, Aids ist hier die Haupttodesursache. Zwar sind inzwischen große Hilfsprojekte angelaufen, die Patienten mit antiviralen Medikamenten versorgen. „Aber längst nicht alle Betroffenen bekommen eine Therapie“, beklagt Jürgen Rockstroh, Immunologe an der Universität Bonn. Die Bemühungen müssten verstärkt werden, fordert der Präsident der Deutschen Aidsgesellschaft. Für Ernüchterung sorgte kürzlich der Abbruch zweier großer Impfstudien. Die getestete Vakzine schützte die Teilnehmer nicht.

Mit Sorge blickt Rockstroh nach Osten: „Wir sehen eine deutliche HIV-Zunahme in Asien und Osteuropa.“ Dort stieg die Zahl der Infizierten laut WHO seit 2001 um über 150 Prozent. Erschwert wird die Prävention in vielen Ländern dem Mediziner zufolge dadurch, dass Themen wie Homosexualität oder intravenöser Drogengebrauch nicht offen angesprochen werden. „Wenn es Tabus in einer Gesellschaft gibt, ist eine effektive Prävention schwierig“, sagt er.

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