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Weltgesundheitsorganisation besorgt über Vogelgrippe in Hausenten

Das aggressive Vogelgrippevirus H5n1 vermehrt sich in Hausenten, ohne dass diese Tiere sichtbar erkranken. Darauf hat am Freitag der Virenexperte der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Klaus Stöhr, in Genf verwiesen.

dpa GENF. Das aggressive Vogelgrippevirus H5n1 vermehrt sich in Hausenten, ohne dass diese Tiere sichtbar erkranken. Darauf hat am Freitag der Virenexperte der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Klaus Stöhr, in Genf verwiesen.

„Wir sind über diese Erkenntnisse eines Labors in Memphis in den USA sehr besorgt“, sagte Stöhr am Freitag. „So wird es immer schwieriger, die Vogelgrippe zu bekämpfen oder gar auszurotten.“ Mehr als ein Dutzend Länder Asiens sind derzeit von der Vogelgrippe betroffen, der vor allem Hühner zum Opfer fallen. Wild- und Wasservögel gelten als natürliches Reservoir der Erreger.

Die Wissenschaftler in Memphis fanden heraus, dass Hausenten die Viren in großer Zahl 17 Tage lang über die Atemwege ausscheiden können, obwohl die Tiere keinerlei Anzeichen der Krankheit zeigen. „Das ist alarmierend, da Hühner in Asien weitgehend in Käfigen gehalten werden. Enten laufen aber frei herum, mit engem Kontakt zu den Menschen“, sagte Stöhr.

Mit Erstaunen hätten die WHO-Experten auch vermerkt, dass sich die Ausbreitung des Virus im Sommer nicht, wie sonst wegen der hohen Temperaturen üblich, deutlich verringert hat. Tests hätten ergeben, dass die Viren vom vergangenen Jahr bei 37 Grad Celsius noch zwei Tage, die von diesem Jahr aber bereits sechs Tage überleben könnten.

Asienreisenden rät die WHO, sich zumindest gegen Grippe impfen zu lassen und jeden Kontakt zu Hühnerfarmen und -märkten zu meiden. Eine normale Grippeimpfung schützt zwar nicht vor einer Infektion mit der Vogelgrippe, kann jedoch verhindern, dass sich im Körper aus Vogel- und menschlicher Grippe ein gefährliches Mischvirus bildet. Nach WHO- Zählungen hat es in jüngster Zeit 44 Übertragungen der Vogelgrippe auf Menschen gegeben, von denen 32 gestorben sind.

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