Weltraum

Milliarden erdähnliche Planeten in der Milchstraße

Der Planetenjäger Kepler ist inzwischen defekt, aber die von dem Weltraumteleskop gesammelten Daten verblüffen nach wie vor die Forscher. Denn sie zeigen, dass die Suche nach einer zweiten Erde bald Erfolg haben könnte.
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Milliarden erdähnliche Planeten in der Milchstraße

WashingtonJeder fünfte sonnenähnliche Stern in unserer Milchstraße besitzt einen erdähnlichen Planeten, der sich in Temperaturzonen befindet, die nicht zu heiß oder zu kalt für Leben sind. Das hat eine statistische Auswertung der Beobachtungsdaten des Weltraumteleskops „Kepler“ ergeben, über die Forscher aktuell in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften („PNAS“) berichten.

Demnach beherbergt unsere Heimatgalaxie mindestens 8,8 Milliarden erdähnliche Planeten. Mit anderen Worten: Es gibt mehr erdähnliche Planeten in der Galaxis als Menschen auf der Erde.

Neu entdeckte Planeten sind Kandidaten für Leben im All
Sieben erdähnliche Planeten entdeckt
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Astronomen haben sieben erdähnliche Planeten bei einem Roten Zwergstern in unserer kosmischen Nachbarschaft aufgespürt. Sechs dieser Exoplaneten liegen in einer Temperaturzone, in der Wasser flüssig sein kann – eine Voraussetzung für Leben, wie wir es kennen.

Planetensystem Trappist-1
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Drei der Planeten könnten sogar Ozeane auf ihrer Oberfläche besitzen, sofern sie erdähnliche Atmosphären haben, schreiben die Forscher um Michaël Gillon von der Universität Liège (Lüttich) im britischen Fachblatt „Nature“. Damit gehört das Sonnensystem des Roten Zwergs namens Trappist-1 zu den aussichtsreichsten Orten für die Suche nach außerirdischem Leben. Hinweise darauf haben die Forscher aber nicht.

40 Lichtjahre entfernt
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Das Zwergsternsystem liegt knapp 40 Lichtjahre entfernt und damit nach kosmischen Maßstäben praktisch vor unserer Haustür. Trotzdem würden irdische Raumsonden für eine Reise dorthin Jahrtausende benötigen.

Umlaufbahnen der Planeten von Trappist-1
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Drei der Exoplaneten hatte dasselbe Team bereits 2016 beschrieben. Es war der erste Fund von Exoplaneten bei einem Roten Zwergstern, einem der häufigsten Sterntypen in unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße. Weitere vier Planeten dieses Sterns haben die Forscher nun durch sorgfältige Nachbeobachtung entdeckt. Alle sieben sind ungefähr so groß wie die Erde und wahrscheinlich Gesteinsplaneten. (Foto: IoA/Amanda Smith)

Vergleich Trappist-1 mit den Gesteinsplaneten des Sonnensystems
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Der Zwergstern, den diese Planeten umkreisen, hat lediglich acht Prozent der Masse unserer Sonne. Er ist nicht einmal halb so heiß, wodurch auf seinen Planeten trotz ihrer engen Umlaufbahnen gemäßigte Temperaturen herrschen. Die inneren sechs Trabanten umrunden ihren Stern in 1,5 bis 12 Tagen, die Umlaufzeit des äußersten Planeten ließ sich noch nicht genau bestimmen. (Foto: NASA/JPL-Caltech)

Exoplanet Kepler-1647b
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Bislang haben Astronomen über 3500 Exoplaneten - also Planeten außerhalb unseres Sonnensystems - registriert. Einer der interessantesten ist Kepler-1647b (als schwarzer Punkt im Zentrum des Bildes vor seinen beiden Sternen dargestellt), der bislang größte Exoplanet, der gleich zwei Sterne umkreist. Ihn entdeckten Wissenschaftler vor einiger Zeit mit Hilfe des Weltraumteleskops Kepler. Kepler-1647b hat ungefähr die Größe von Jupiter, einer seiner beiden Sterne ist etwas größer, der andere etwas kleiner als unsere Sonne.

Exoplanet Kepler-1647b (künstlerische Darstellung)
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Planeten, die ein Doppelsternsystem umkreisen, werden auch als „Tatooine“ bezeichnet, in Anlehnung an den Namen des fiktiven Heimatplaneten von Luke Skywalker aus der Star-Wars-Saga, der ebenfalls um ein Sonnenpaar kreist. Kepler-1647b ist rund 3700 Lichtjahre von der Erde entfernt. Für einen kompletten Umlauf um seine beiden Sterne benötigt er 1107 Erdentagen.

„Das heißt, wenn man zu den Tausenden von Sternen am Nachthimmel hochschaut, ist der nächste sonnenähnliche Stern mit einem erdgroßen Planeten in seiner bewohnbaren Zone vermutlich nur zwölf Lichtjahre entfernt und mit dem bloßen Auge sichtbar“, erläuterte Hauptautor Erik Petigura von der Universität von Kalifornien in Berkeley in einer Mitteilung der Hochschule. „Das ist verblüffend!“

Der inzwischen defekte Planetenjäger „Kepler“ der US-Raumfahrtbehörde Nasa hatte rund 150.000 Sterne auf Planeten untersucht, die von der Erde aus gesehen vor ihrem Heimatstern vorbeiwandern und ihn damit vorübergehend ganz leicht abdunkeln. Das Forscherteam hatte darunter 42.000 Sterne identifiziert, die unserer Sonne ähneln.

Bei diesen Sternen hatte „Kepler“ insgesamt 603 Planetenkandidaten erspäht. 10 davon sind in etwa erdgroß und umkreisen ihren Stern in der sogenannten bewohnbaren Zone, wo lebensfreundliche Temperaturen herrschen.

Der Kreis schließt sich
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