Weltraum: Nasa-Mission könnte Leben auf dem Mars übersehen haben

Weltraum
Nasa-Mission könnte Leben auf dem Mars übersehen haben

Hat eine Nasa-Sonde in den 70er-Jahren Hinweise auf Lebensspuren auf dem Planeten Mars übersehen? Die biologischen Experimente der Sonde „Viking 1“ könnten durch einen Stoff verfälscht worden sein, von dessen Vorhandensein seinerzeit niemand wusste.
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HB WASHINGTON. Die Suche nach Leben auf dem Mars ist einer aktuellen Studie zufolge etwas aussichtsreicher geworden. Mexikanische Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass Experimente eine Raumsonde, die in den 70er-Jahren auf dem Mars gelandet war, falsche Ergebnisse geliefert haben könnten. Damit steige, so die US-Raumfahrtbehörde Nasa, die Wahrscheinlichkeit für organisches Material auf dem Roten Planeten – eine der Grundvoraussetzungen für Leben.

Im Jahr 1976 hatte die Sonde „Viking 1“ biologische Experimente auf dem Mars durchgeführt, die allerdings keinerlei Nachweis von Lebensspuren erbrachten. Die Forscher stellten nun die Tests von damals an Gestein aus der Atacama-Wüste von Chile nach, das dem Marsboden sehr ähnlich ist.

Dabei zeigte sich, dass die Sonde das in den Bodenproben vorhandene organische Material damals zerstört haben dürfte, so der Leiter der Studie, Rafael Navarro-González. 1976 habe man nichts von der Existenz von Perchlorat-Salzes im Marsboden gewusst. Dieser giftige Stoff sei damals von der „Viking“ zu stark erhitzt worden und habe daher alle Lebensspuren vernichtet. Das Vorhandensein von Perchlorat-Salz im Marsboden war erst vor zwei Jahre erstmals sicher nachgewiesen worden.

„Das sagt zwar noch nichts über die Frage aus, ob es jemals Leben auf dem Mars gab, aber es könnte einen großen Unterschied machen, wie wir künftig nach Beweisen dafür suchen“, sagte Nasa-Wissenschaftler Chris McKay, Co-Autor der im Fachblatt „Geophysical Research - Planets“ veröffentlichten Studie.

Man habe jetzt ein seit drei Jahrzehnten fehlendes Puzzleteil entdeckt. Nachdem bereits Wasser auf dem Mars gefunden wurde, muss man sich bei der Suche nach Leben voll auf organisches Material konzentrieren, sagte Navarro-González.

Beim Leiter des Viking-Experimentes lösen die neuen Erkenntnisse nur Kopfschütteln aus. In der „New York Times“ bezeichnete Klaus Biemann, pensionierter Professor vom Massachusetts Institute of Technology (MIT), die Ergebnisse als zweifelhaft. Es sei hoch spekulativ, dass in den damals untersuchten Bodenproben tatsächlich Perchlorat enthalten gewesen sei.

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