Weltraumbahnhof
Letzte Runde für die „Endeavour“

4671 mal hat die „Endeavour“ die Erde umrundet. Mit einer Spezialkonstruktion startete die Raumfähre nun erneut und begeisterte mit Ehrenrunden. Ihre letzte Reise führt sie aber nicht ins All - sondern ins Museum.
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WashingtonDie Raumfähre „Endeavour“ ist zu ihrer letzten Reise aufgebrochen. Auf dem Rücken einer umgebauten Boeing 747 startete das Space Shuttle am Mittwoch kurz nach Sonnenaufgang (Ortszeit) vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida. Rund fünf Stunden später landete der Doppeldecker aus Flugzeug und Raumfähre sicher auf dem Gelände des Johnson Space Centers am Rande der texanischen Stadt Houston.

Das Gespann war am Morgen zunächst in den wolkenverhangenen Himmel abgehoben und hatte zur Begeisterung der zahlreichen Zuschauer einige Runden in geringer Flughöhe über Cape Canaveral gedreht. Danach flog es vor seiner Landung mehrere Schleifen über New Orleans und Houston. Tausende Menschen verfolgten das Spektakel - entweder per Livestream der US-Raumfahrtbehörde Nasa im Internet oder live in den Städten, über denen Flugzeug und Raumfähre in geringer Höhe kreisten.

Am Donnerstag soll die „Endeavour“ (deutsch etwa: Anstrengung, Bestreben) - wenn das Wetter es zulässt - eine ähnliche Tour unternehmen. Dann führt die Etappe von Houston über einen Tank-Stop im texanischen El Paso und einen Überflug von Las Cruces in New Mexiko nahe dem kalifornischen Palmdale, wo das Gespann auf dem Gelände des Dryden Flight Research Zentrums der Nasa landen soll.

Zum Abschluss der insgesamt dreitägigen Tour soll die „Endeavour“ am Freitag auf dem Flughafen in Los Angeles endgültig zum letzten Landeanflug ansetzen und von dort mit einem Spezialtransporter in ein Museum gebracht werden. Der Start der dreitägigen Abschiedstournee war wegen schlechten Wetters zweimal verschoben worden.

Die „Endeavour“ hatte seit ihrem ersten Start ins All am 7. Mai 1992 insgesamt 25 Reisen von zusammen 299 Tagen unternommen. Sie umrundete 4671 mal die Erde und legte dabei rund 200 Millionen Kilometer zurück. Im vergangenen Juni landete sie zum letzten Mal auf dem Weltraumbahnhof in Cape Canaveral.

Seit dem Ende des Shuttle-Programms im Juli vergangenen Jahres verteilt die Nasa ihre verbliebenen vier Fähren - „Challenger“ und „Columbia“ verunglückten 1986 und 2003 - auf unterschiedliche Museen und Institutionen in den USA. „Atlantis“ bleibt in Cape Canaveral, „Discovery“ ist bereits in den US-Bundesstaat Virginia und „Enterprise“ nach New York gebracht worden. Die Abschiedstournee der „Endeavour“ ist der letzte vorgesehene Flug dieser Art.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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