Weltraumlabor geöffnet
Columbus ist startklar

Das Weltraumlabor Columbus ist bereit für die wissenschaftliche Arbeit. Esa-Astronaut Leopold Eyharts öffnete am Dienstag erstmals die Luke zu dem noch unbeleuchteten Labor. Künftig wird die Arbeit in der europäischen Forschungsstation an der Raumstation ISS von Deutschland aus koordiniert.

HB DÜSSELDORF. Mit einer Lampe, Atemmaske und Schutzbrille schwebt Leopold Eyharts in das neue europäische Weltraumlabor „Columbus“. „Auf den ersten Blick sieht Columbus gut aus“, meldet der französische Astronaut zur Erde. Danach inspizierten auch ISS-Kommandantin Peggy Whitson und andere Crewmitglieder das Labor. Bis zum späten Abend waren die Mannschaft und „Columbus“-Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen bei München damit beschäftigt, Systeme zum Laufen bringen. Mit Dichtigkeits- und Drucktests hatte die Crew vorher sichergestellt, dass „Columbus“ kein Leck hat.

Die Brille trugen die Astronauten beim ersten „Betreten“ des Labors zum Schutz vor möglichen Splittern - für den Fall, dass bei der Reise Teile der empfindlichen Einrichtung zu Bruch gegangen waren. „Das ist aber sehr unwahrscheinlich“, sagt Markus Bauer von der Europäischen Raumfahrtorganisation ESA. Die Atemmaske sollte unter anderem vor Staubpartikeln schützen.

Nach jahrelangem Warten war das europäische Weltraumlabor „Columbus“ am Montag an die internationale Raumstation ISS angedockt. Das 13 Tonnen schwere Labor wurde am späten Montagabend (MEZ) von einem riesigen Roboterarm aus der Raumfähre „Atlantis“ gehoben und an seinen Platz an der ISS transportiert. „Columbus“ ist jetzt offiziell Teil der ISS“, sagte ein Sprecher der US-Weltraumbehörde Nasa. Für die europäische Raumfahrt begann damit ein neues Kapitel.

Rund 75 Wissenschaftler und Ingenieure in Oberpfaffenhofen haben nun die Kontrolle über das Weltraumlabor. Über Kopfhörer stehen in ständigen Kontakt zu Houston und Moskau, hochkonzentriert verfolgen sie die Aktionen auf der ISS, die live übertragen werden. „Der technische Inbetriebnahmeprozess läuft“, sagte Andreas Schütz vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Dienstagabend in Oberpfaffenhofen.

„Es ist wie bei einem neuen Auto: Man liest eher mal die Gebrauchsanleitung, bevor man irgendwelche Knöpfe drückt“, erläuterte der ESA-Astronaut und Leiter der „Columbus“-Mission in Oberpfaffenhofen, Reinhold Ewald. Vorsichtiges Vorgehen verzögere die Aktion, etwa habe es geringfügige Probleme bei der Inbetriebnahme des Kühlsystems gegeben. Weil es im Labor deshalb schnell heiß wurde, konnten die Astronauten zunächst immer nur kurz in das Labor.

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