Weltraumteleskop „Kepler“

Astronomen finden Planetensystem mit zwei Sonnen

Zwei Sterne und mindestens zwei Planeten - ein solches System im All hat das US-Weltraumteleskop „Kepler“ ausgemacht. Forscher glauben, dass auch Doppelsternsysteme von ganzen Planetensysteme umkreist werden können.
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Die künstlerische Illustration der Nasa stellt das Sonnensystem Kepler-47 in 5000 Lichtjahren Entfernung dar. Das System besteht aus zwei Sonnen und mindestens zwei Planeten. Quelle: AFP

Die künstlerische Illustration der Nasa stellt das Sonnensystem Kepler-47 in 5000 Lichtjahren Entfernung dar. Das System besteht aus zwei Sonnen und mindestens zwei Planeten.

(Foto: AFP)

Washington/PekingDas US-Weltraumteleskop „Kepler“ hat ein Planetensystem mit zwei Sonnen aufgespürt. In dem System Kepler-47 umkreisen demnach mindestens zwei Planeten einen Doppelstern. Einer davon befindet sich sogar in der sogenannten bewohnbaren Zone, schreiben die Forscher um Jerome Orosz von der San Diego State University im US-Fachjournal „Science“. Leben dürfte es dort zwar nicht geben. Die Entdeckung belege jedoch, dass sich auch um Doppelsterne komplette Planetensysteme wie unser eigenes bilden könnten.

Das System Kepler-47 liegt rund 5000 Lichtjahre von uns entfernt im Sternbild Schwan (Cygnus). Ein Lichtjahr ist die Strecke, die das Licht in einem Jahr zurücklegt, und entspricht knapp zehn Billionen Kilometern. Dort umkreisen sich ein Stern, der unserer Sonne ähnelt, und ein zweiter, lediglich ein Drittel so großer Stern alle 7,45 Tage. Um dieses Sternpaar herum hat sich ein System mit mindestens zwei Planeten gebildet. Das Teleskop „Kepler“ registrierte diese sogenannten Exoplaneten, weil sie von der Erde aus gesehen regelmäßig vor ihrer Doppelsonne vorbeiziehen und sie damit vorübergehend leicht abdunkeln.

Bis zum Mond – und dann immer weiter
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4. Oktober 1957: Vom Weltraumbahnhof Baikonur in der UdSSR hebt eine umgebaute Interkontinentalrakete vom Typ R-7 ab. An Bord eine kleine Metallkugel mit vier Antennen: Sputnik 1. Foto: ap

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Der erste von Menschen in den Weltraum transportierte Satellit sollte die Überlegenheit der russischen Raumfahrttechnologie dokumentieren - und wurde unfreiwillig zum Geburtshelfer der US-Weltraumbehörde Nasa. Foto: ap

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Der Sputnik-Schock saß tief in den USA - und er beflügelte die Pläne von US-Präsident Eisenhower, die schon 1915 gegründete Luftfahrtbehörde NACA (National Advisory Committee for Aeronautics) zu einer nationalen Luft- und Raumfahrtorganisation auszubauen. Am 29. Juli 1958 hob der Präsident mit der Unterschrift unter Gesetz 85-568 die Nasa (National Aeronautics and Space Administration) offiziell aus der Taufe. Als ersten Nasa-Chef berief Eisenhower (M.) den Präsidenten der Case Institute of Technology Thomas Keith Glennan (r.), als Vizechef Hugh L. Dryden. Foto: Nasa

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Im August 1958 traf sich die Führungsspitze der NACA mit dem neu ernannten Nasa-Chef, um die Umsetzung des Gesetzes zu regeln. Am 1. Oktober 1958 schließlich nahm die Nasa offiziell ihre Arbeit auf. Der erste Etat der neuen Behörde lag bei knapp 100 Millionen Dollar. Zum Vergleich: 2008 beträgt das Nasa-Budget mehr als 17 Milliarden Dollar. Foto: Nasa

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Im Wettrennnen mit der russischen Raumfahrt musste die neu gegründete Behörde erst einmal eine bittere Niederlage hinnehmen. Am 14. April 1961 brachte die UdSSR mit Juri Gagarin den ersten Menschen ins All. Erst knapp einen Monat später, am 5. Mai 1961, hob Alan Shepard an Bord einer MR-3-Rakete als erster Amerikaner zu einem Raumflug ab.

Foto: Nasa

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Flash Gordon vor dem Start: Im glänzenden Raumanzug der frühen Astronauten-Ära klettert Alan Shepard an Bord der MR-3-Rakete, die ihn ins All bringen wird. Foto: Nasa

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Drei Wochen nach Shepards Flug, am 25. Mai 1961, formulierte Präsident John F. Kennedy in einer Rede vor dem US-Kongress das Ziel, mit dem die US-Raumfahrt aus dem Schatten der UdSSR treten sollte: Noch vor dem Ende des Jahrzehnts einen Menschen auf den Mond und sicher zurück zur Erde zu bringen. Der Wettlauf zum Mond war damit offiziell eröffnet. Foto: Nasa

Der innere dieser beiden Planeten, Kepler-47b, hat nur einen etwa dreimal größeren Durchmesser als die Erde und umkreist seine Doppelsonne alle 49 Tage. Auf ihm ist es für Leben zu heiß. Der äußere Planet, Kepler-47c, benötigt für einen Umlauf 303 Tage und liegt in der sogenannten bewohnbaren Zone, wo Wasser auf einem erdähnlichen Planeten flüssig wäre. Allerdings handelt es sich bei ihm vermutlich um einen Gasriesen, sein Durchmesser ist etwas größer als der des Uranus in unserem System.

„Auf Kepler-47c ist Leben nicht wahrscheinlich, aber sollte er große Monde haben, wären diese sehr interessante Welten“, erläuterte Ko-Autor William Welsh von der San Diego State University in einer Mitteilung seiner Hochschule zu den Chancen von extraterrestrischem Leben in dem System. Welsh stellte die Entdeckung auf der Vollversammlung der Internationalen Astronomischen Union IAU in Peking vor.

Doppelsterne gelten wegen der komplizierten Dynamik als schwieriges Terrain für die Entstehung von Planeten. Zwar haben Astronomen auch zuvor schon einzelne Planeten bei Doppelsternen gefunden. Es war aber erst ein Beispiel bekannt, bei dem ein Sternpaar zwei Begleiter hat. Beide Trabanten des Doppelsterns HW Virginis sind jedoch mehrere Male größer als der Jupiter, der größte Planet in unserem Sonnensystem, und daher mit nichts in unserem Sonnensystem zu vergleichen. Einer der beiden ist sogar so groß, dass er in die Klasse der Braunen Zwerge fällt, eine Zwischenform von Planet und Stern.

Kepler-47 zeige, dass sich ein typisches System mit mehreren Planeten, die in einer Ebene kreisen, auch um einen Doppelstern bilden könne, unterstrich Ko-Autor Joshua Carter vom Harvard-Smithsonian Zentrum für Astrophysik. „Wir lernen daraus, dass Planeten von Doppelsternen wie Planeten in unserem eigenen Sonnensystem sein können, nur mit zwei Sonnen.“

  • dpa
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  • Ist doch nichts Neues. Tatooine kreist auch um zwei Sonnen, und das schon seit "A long time ago ..."

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