Weltraumteleskop
Planetenjäger Kepler muss Mission beenden

Das Weltraumteleskop Kepler muss seine Suche nach einer zweiten Erde einstellen. Wegen eines technischen Defekts hat die Nasa die Mission beendet. Das Teleskop konnte trotzdem einige Erfolge aufweisen.
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WashingtonDas Weltraumteleskop „Kepler“ muss seine Suche nach erdähnlichen Planeten wegen eines technischen Defekts beenden. Weil das Problem auch nach mehreren Anläufen nicht behoben werden konnte, kündigte die US-Raumfahrtbehörde Nasa am Donnerstag die Einstellung der Mission an.

Auch nach monatelangen Tests waren zwei der vier sogenannten Reaktionsräder nicht mehr in Gang zu bringen, die das Teleskop in Position halten sollten. Da für einen Betrieb des Geräts aber mindestens drei Räder funktionieren müssen, entschloss sich die Nasa zum Abbruch der Mission.

„Kepler“ war im März 2009 auf die Suche nach einer zweiten Erde geschickt worden und hatte seitdem 135 Planeten aufgespürt. Daneben wurden mehr 3500 Planetenkandidaten entdeckt, also mögliche Welten, deren Existenz durch weitere Beobachtungen noch bestätigt werden muss.

„Zu Beginn unserer Mission wusste niemand, ob Planeten von der Größe der Erde in unserer Galaxie häufig oder selten sind“, sagte der leitende „Kepler“-Wissenschaftler William Borucki. Das Teleskop habe gezeigt, dass die Galaxie davon „bis zum Rand voll“ sei. Von den Planeten, die „Kepler“ entdeckt hatte, umkreisen aber nur wenige ihren Sternen nah genug, um tatsächlich erdähnliche Bedingungen bieten zu können.

Kepler hatte seine ursprüngliche Mission bereits im November 2012 vollendet. Danach startete eine eigentlich auf vier Jahre angelegte Verlängerungsmission. Das Programm kostete insgesamt etwa 600 Millionen Dollar (rund 450 Millionen Euro).

Thomas Trösch
Thomas Trösch
Handelsblatt / Redakteur Wissenschaft + Technik
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Weltraumteleskop: Planetenjäger Kepler muss Mission beenden"

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  • Möglicherweise ist das Gewicht und die Größe eines solchen Teleskops in gewissen Maßen technisch, sowie auch finanziell (was den Transport in das Weltall angeht), beschränkt, allerdings wird in dem Artikel erwähnt, dass das Gyroskop auch mit drei von vier Reaktionsrädern funktioniert hätte - Das mindert immerhin schon einmal die Gefahr einer Unfunktionalität des Weltraumteleskops -> Mehr Erkentnisse dieses Projekts hatte ich mir auch erwartet, wer weiss, wann wieder die nötigen (Steuer-) Gelder zur Verfügung stehen um mit diesen Forschungen fortzufahren? Vielleicht nimmt sich aber auch ein Elon Musk mit seinem Unternehmen SpaceX der Sache an ...

  • "Auch nach monatelangen Tests waren zwei der vier sogenannten Reaktionsräder nicht mehr in Gang zu bringen, die das Teleskop in Position halten sollten. Da für einen Betrieb des Geräts aber mindestens drei Räder funktionieren müssen, entschloss sich die Nasa zum Abbruch der Mission."
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    Das ist sehr schade, denn ich habe noch viel mehr Erkenntnisse über außersolare Planeten erwartet. Ich begreife allerdings nicht, wieso man so vitale Bauelemente wie Gyroskope (damit steht und fällt die Funktion eines Weltraumteleskops) nicht doppelt und dreifach auslegt.

  • Die sollen mal die NSA suchen lassen. Die finden auch sowas noch.

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