Forschung + Innovation
Weltweit neuer Allergie-Schnelltest aus Deutschland

Deutsche Forscher haben einen weltweit neuartigen Allergie-Schnelltest entwickelt, der mit nur zwei Tropfen Blut in 30 Minuten verlässliche Ergebnisse bringt. „Fastcheckpoc“, der von Oktober an allen Ärzten zur Verfügung steht, funktioniere ähnlich wie ein Schwangerschaftstest.

dpa BERLIN. Deutsche Forscher haben einen weltweit neuartigen Allergie-Schnelltest entwickelt, der mit nur zwei Tropfen Blut in 30 Minuten verlässliche Ergebnisse bringt. „Fastcheckpoc“, der von Oktober an allen Ärzten zur Verfügung steht, funktioniere ähnlich wie ein Schwangerschaftstest.

Dies berichteten Forscher des Berliner Universitätsklinikums Charité und der Diagnostic Science & Technology Gmbh (DST) in Schwerin am Dienstag in Berlin. Anhand von einfachen Plus- und Minuszeichen könne auf zwölf Nahrungsmittel- und zwölf Inhalationsallergene gleichzeitig getestet werden, hieß es.

„Das Ganze ist als eine Art Erstscreening gedacht, etwa für Kinder, die auffällig oft husten. Gegebenenfalls muss beim Facharzt dann ein ausführlicher Test folgen“, erläuterte Kathleen Wallner vom Allergie-Centrum der Charité. Anfragen aus den USA und Japan liegen den Berlinern bereits vor. „Früherkennung und konsequente Behandlung ist besonders bei Kindern wichtig. Jedes dritte Kind in Deutschland leidet an einer Allergie“, betonte Prof. Ulrich Wahn, Direktor der Kinderklinik mit Schwerpunkt Pneumologie.

„Ein solcher Blutschnelltest kann es einem Hausarzt sicher erleichtern, Hinweise auf eine Allergie zu finden“, urteilt Sonja Lämmel aus dem wissenschaftlichen Beratungsteam des Deutschen Allergie- und Asthmabundes. Einen derartigen Blutschnelltest gebe es bislang noch nicht. Dennoch sei er auch kritisch zu sehen. „Die Bestimmung von Antikörpern im Blut allein ersetzt nicht eine umfassende Untersuchung“, sagte sie. „Es besteht die Gefahr, dass Hausärzte nach einem Schnelltest sagen, der Test ist nicht positiv, der Patient hat keine Allergie.“ Jedoch seien für eine derartige Diagnose weitere Untersuchungen nötig, betonte Lämmel. „Der Test analysiert nur 24 mögliche Allergieauslöser, andere werden vernachlässigt.“

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