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Wenn Mäuse-Männer weinen: Tränen senden Botschaften

Mit Tränen in den Augen übermitteln männliche Mäuse Botschaften an die Weibchen. Die Tränenflüssigkeit der Nager enthält einen Sexualduftstoff, der beim gegenseitigen Beschnuppern in die Nase der Weibchen gelangt, berichten japanische Forscher im Fachblatt „Nature“.

dpa LONDON. Mit Tränen in den Augen übermitteln männliche Mäuse Botschaften an die Weibchen. Die Tränenflüssigkeit der Nager enthält einen Sexualduftstoff, der beim gegenseitigen Beschnuppern in die Nase der Weibchen gelangt, berichten japanische Forscher im Fachblatt „Nature“.

Die Entdeckung dieses Duftstoffes trage dazu bei, die sexuelle Kommunikation der Tiere besser zu verstehen. Sowohl das Sozial- als auch das Fortpflanzungsverhalten wird bei Säugetieren mit Hilfe von chemischen Lockstoffen gesteuert, so genannten Pheromonen. Normalerweise handelt es sich bei den Pheromonen um flüchtige Substanzen, die auch über weite Entfernungen an das andere Geschlecht übertragen werden können. Bei Mäusen werden die Botenstoffe zum Beispiel über den Urin abgegeben.

Hiroko Kimoto und seine Mitarbeiter von der Universität Tokio (Japan) zeigten nun, dass die Lockstoffe auch durch direkten Kontakt übermittelt werden können. Sie wiesen in der Tränenflüssigkeit von männlichen Mäusen das nicht-flüchtige Protein Esp1 nach. Die Weibchen nehmen die Substanz mit einem speziellen Organ an der Nasenscheidewand wahr. Möglicherweise spiele das Protein auch bei der Erkennung der Geschlechter eine Rolle.

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