Werkzeugtasche verloren
Panne bei Einsatz im All

Verloren im Weltraum: Der erste Außeneinsatz der Astronauten der US-Raumfähre „Endeavour“ ist nicht ohne Verluste abgegangen. Den Ablauf der Mission gefährdet das Missgeschick der Astronautin Heidemarie Stefanyshyn-Piper aber nicht.
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HB CAPE CANAVERAL. Der Arbeitseinsatz der Astronauten der US-Raumfähre „Endeavour“ im freien All ist von einer Panne überschattet worden. Die Astronautin Heidemarie Stefanyshyn-Piper verlor während der Reparatur eines defekten Sonnensegels an der Internationalen Raumstation (ISS) ihre Werkzeugtasche. Zuvor war eine Schmierpistole in der Tasche explodiert. Während sich die Astronautin den Staub von den Handschuhen abwischte, rutschte ihr die rucksackgroße Tasche mitsamt Inhalt aus der Hand und verschwand im All.

Es ist einer der größten Gegenstände, den je ein Raumfahrer im All verloren hat. Nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde Nasa stellt die Tasche aber keine Gefahr für die Raumfähre dar. Wenige Stunden nach dem Zwischenfall befand sich das Objekt bereits in rund vier Kilometer Entfernung von der an die ISS angedockten Fähre. „Sie ist auf einem guten Weg weg von uns“, sagte Flugdirektorin Ginger Kerrick vor Journalisten.

Stefanyshyn-Piper und ihr Kollege Steve Bowen konnten ihren Einsatz trotz der Panne nach knapp sieben Stunden beenden. Beide benutzten Bowens Werkzeuge gemeinsam. Stefanyshyn-Piper ist die erste Frau, die bei einem Shuttle-Flug einen Außenbordeinsatz anführt. Insgesamt sind vier Außenbordeinsätze geplant.

Die beiden Astronauten mussten ein Scharnier säubern und neu einfetten, das seit einem Jahr blockiert ist. Zudem sollen sie ein weiteres Scharnier eines anderen Sonnensegels einfetten, um eine ähnliche Blockade zu verhindern. Die Energie des defekten Sonnensegels wird für den weiteren Ausbau der ISS gebraucht.

Die „Endeavour“ legte in der Nacht zum Montag an der ISS an. Danach begannen die Astronauten der ISS und des Space Shuttles mit der Entladung der Fracht der „Endeavour“ - rund 6,8 Tonnen Ausrüstung und Material für den Ausbau der ISS. Wenn die Arbeiten beendet sind, sollen ständig sechs statt bisher drei Astronauten in der Station wohnen und arbeiten können.

Zur Fracht der Raumfähre gehören ein Wasseraufbereitungssystem, ein Kühlschrank, neue und komfortablere Schlafplätze und ein Fitnessgerät. Zudem soll eine Wasserwiederaufbereitung mit einem komplett geschlossenen Wasserkreislauf getestet werden, die sogar Kondenswasser und Urin wieder zu Trinkwasser verarbeitet.

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