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Klimaforscher: Rekord-Schneefälle seltene Laune der Natur

Die Rekord-Schneefälle am Wochenende in Teilen Nordrhein-Westfalens und Niedersachsens waren nach Angaben des Kieler Klimaforschers Mojib Latif eine seltene Laune der Natur.

dpa KIEL. Die Rekord-Schneefälle am Wochenende in Teilen Nordrhein-Westfalens und Niedersachsens waren nach Angaben des Kieler Klimaforschers Mojib Latif eine seltene Laune der Natur. „Das hat mit Klimawandel aber nichts zu tun“, sagte der Professor am Institut für Meereskunde der Universität Kiel in einem dpa-Gespräch.

Die heftigen Schneefälle hatten die betroffenen Regionen in ein Winterchaos gestürzt. Hunderttausende waren ohne Licht und Heizung. Es gab zahlreiche Unfälle mit Verletzten und Schäden in Millionenhöhe.

Der Grund für die kuriosen Wetterverhältnisse: „Normalerweise rauschen die Tiefs durch“, sagte Latif. Dieses Tief sei aber „ortsfest“ gewesen und deshalb sei an einer Stelle so viel Schnee heruntergekommen. Es sei nicht zu erwarten, dass so etwas öfter vorkommt, sagte Latif. Im Gegenteil: Die Winter werden nach Einschätzung des Experten immer wärmer. Ohne künftigen Klimaschutz „wird es wahrscheinlich im Jahr 2050 in Deutschland im Flachland keinen Schnee mehr geben.“

Der Kohlendioxid-Ausstoß nehme immer mehr zu und verändere das Weltklima, sagte Latif. Das Jahr 2005 sei ein Jahr der Wetterextreme gewesen. Noch nie habe es beispielsweise so viele Hurrikans gegeben. Die Vernichtungskraft der Wirbelstürme werde auf Grund der globalen Erwärmung noch weiter wachsen. Es sei davon auszugehen, dass solche extremen Wetterphänomene weiter zunehmen.

Der Mensch, der zum Teil für die globale Erwärmung verantwortlich sei, sei nicht machtlos angesichts dieses Klimawandels, erklärte Latif. Deshalb sei die erste Weltklimakonferenz seit in Kraft treten des so genannten Kyoto-Protokolls von diesem Montag an in Montréal in Kanada von so großer Bedeutung. Nach dem Vertrag von Kyoto sollen mehr als 30 Industriestaaten den Ausstoß ihrer Treibhausgase von 1990 bis 2012 um insgesamt mindestens fünf Prozent reduzieren.

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