Wetterbeobachter auf der Zugspitze
Kein Job für Zartbesaitete

Der Job ist nichts für zarte Seelen. Wetterbeobachter auf der Zugspitze müssen extreme Bedingungen aushalten. In stürmischen Zeiten wie jetzt bläst der Wind selbst ins Innere der Station auf Deutschlands höchstem Berg.
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Garmisch-PartenkirchenMit über 100 Stundenkilometern fegen die Sturmböen über die Zugspitze hinweg. Das Thermometer zeigt minus 15 Grad an, doch bei Windstärke 10 fühlt sich die Temperatur mindestens doppelt so kalt an. Der eisige Wind kriecht selbst ins Innere der Wetterstation auf Deutschlands höchstem Berg. „Es pfeift an allen Ecken und Enden“, sagt Jürgen Keil.

Nach Stationen unter anderem auf dem Wendelstein und dem Großen Arber arbeitet der 44-Jährige seit sieben Jahren als Beobachter für den Deutschen Wetterdienst auf der Zugspitze. Er hat Deutschlands höchstgelegenen Arbeitsplatz. Mit 2966 Metern liegt die Plattform der Wetterstation vier Meter über dem Zugspitzgipfel.

„Der Sturm kann noch zunehmen“, meint Keil beim Blick auf seine Messgeräte. Windgeschwindigkeiten bis 110 Stundenkilometern seien durchaus möglich. Für die kommenden Tage wurden Werte bis minus 20 Grad erwartet. Zwar schneite es zuletzt leicht. „Aber der Schnee wird total verweht“, so der Wetterbeobachter. „An einer Ecke türmt er sich meterhoch, an einer anderen ist im Nu alles weggeblasen.“

Die bisher tiefste Temperatur wurde am 14. Februar 1940 auf der Zugspitze gemessen: minus 35,6 Grad. Der bislang stärkste Wind wehte dort am 12. Juni 1985 mit 335 Stundenkilometern – Deutschlandrekord, wie der Deutsche Wetterdienst in München weiß.

Wetterbeobachter auf der Zugspitze zu sein heißt 24-Stunden-Schicht. Keil beginnt immer mittags und wird tags darauf von einem Kollegen abgelöst. Tagsüber müssen jede halbe Stunde Temperatur, Luftdruck, Luftfeuchtigkeit, Windgeschwindigkeit und -richtung sowie die Niederschlagsmenge gemessen und an die Zentrale des Wetterdienstes gemeldet werden.

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Bei Sturm vibrieren die Monitore

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