Wetterprognosen
Frühwarnsystem für Unwetter im All

Wissenschaftler beobachten das Weltraumwetter seit Jahrzehnten sehr genau und versuchen die Ereignisse im All so früh wie möglich vorauszusehen, um Schäden vorzubeugen. Allerdings hinkt die Qualität der Wetterprognosen der auf der Erde noch weit hinterher. Das soll sich bald bessern.

HAMBURG / DÜSSELDORF. Die Sonnenaktivität beeinflusst unsere Erde auf vielfältige Weise, neben angenehm warmen Strahlen schickt uns unser Tagesgestirn nach abrupten Eruptionen Ströme mit rasend schnellen Energiepartikeln und schädlichen Röntgenstrahlen. Diese solaren Teilchenlawinen bedrohen nicht nur Satelliten und andere künstliche Himmelskörper im Weltall, sondern auch technische Netzwerke auf der Erde: Stromnetze brechen zusammen, Computer spielen verrückt oder Navigationsnetze werden gestört.

Wissenschaftler beobachten daher das so genannte Weltraumwetter seit Jahrzehnten sehr genau und versuchen die Ereignisse im Weltall so früh wie möglich vorauszusehen, um Schäden vorzubeugen. Allerdings hinkt die Qualität der Wetterprognosen der auf der Erde noch weit hinterher. „Von einer dem irdischen Wetterbericht vergleichbaren Weltraumwetter-Vorhersage sind wir noch weit entfernt“, sagt Frank Jansen von der Universität Greifswald.

Das soll sich bald bessern. Um den Betrieb kostspieliger Satelliten und Raumsonden zu sichern, entwickelt die europäische Weltraumbehörde Esa einen Warndienst, der ab diesem Jahr möglichst genaue Vorhersagen für das Weltraum-Wetter erstellen soll. Ziel ist es, teure Messsysteme in den Satelliten, die von den hochenergetischen Partikeln zerstört werden könnten, rechtzeitig abzuschalten, um Beschädigungen oder Total-Ausfälle zu vermeiden.

Wenn ein Satellit auf Partikel mit hoher Energie oder auf ein anderes Phänomen des Weltraumwetters trifft, besteht die Gefahr, dass die Elektronik an Bord gestört und wissenschaftliche Instrumente beschädigt werden.

Zahlreiche Beispiele zeigen, wie ernst zu nehmen die Unwetter im Weltall sind. So führten Fehlfunktionen durch die Einwirkungen des Weltraumwetters 1994 zu Störungen bei dem kanadischen Satelliten Anik und 1997 erwischte es den Kommunikationssatelliten Telstar 401 von AT&: Totalausfall. In sehr seltenen Fällen kann sogar die Zerstörung des Satelliten die Folge sein.

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