Wettervorhersage
Nichts ist so unsicher wie der Regen

Was heißt eigentlich „Regenwahrscheinlichkeit 30 Prozent“? Sind ein paar Tropfen schon Niederschlag? Und wieso liegen die Vorhersagen so oft daneben? Die Regenprognose ist immer noch das Sorgenkind der Meteorologie.
  • 0

OffenbachDer Kirschbauer will wissen, ob er morgen seine Bäume spritzen kann. Die Band will wissen, ob sie am Abend das Open Air absagen muss. Und der Arbeitnehmer will wissen, ob er mit dem Rad oder der U-Bahn ins Büro fährt. Regnet es oder bleibt es trocken? Eine Frage, die alle ständig stellen – und die für Meteorologen so schwer zu beantworten ist wie keine andere.

Beim Deutschen Wetterdienst (DWD) im hessischen Offenbach sind die Mitarbeiter in dieser Hinsicht Leid gewohnt. „Wenn man mit euch ein Wochenende plant“, schimpfen Menschen in den sozialen Medien, „kauft man sich besser einen Frosch oder fragt einen Rheumakranken“.

Beim DWD hört man das natürlich nicht gern. Aber Mitarbeiter geben zu: Bei allen Vorhersagen werden die Prognosen immer besser – nur nicht beim Regen. Wieso das so ist, weiß Detlev Majewski, Leiter der DWD-Abteilung Meteorologische Analyse und Modellierung.

„Niederschlag ist einer der kompliziertesten Prozesse in der Atmosphäre“, sagt er. Zunächst einmal sind Tropfen in den Wolken sehr viel kleiner als Regentropfen. Damit ein Regentropfen zu Boden fällt, müssen sich viele Wolkentropfen zusammenballen.

Das tun sie, wenn es entweder so viele sind, dass die Tröpfchen aneinander stoßen und sich verbinden. Oder wenn sie auf Widerstand treffen – etwa Feinstaub in der Luft. An Staubpartikeln kondensieren die Mini-Tröpfchen wie der Dampf an der Scheibe der Dusche.

Auf dem Weg nach unten kann dann viel passieren: Der Tropfen wird vom Wind abgetrieben und landet weit weg von der Wolke. Also müssen die Meteorologen Wind mit einbeziehen. Oder er verdampft, weil es unten wärmer ist als oben.

Auch wenn man nur etwas über Regen wissen will, muss das ganze Vorhersagemodell des DWD herhalten: 700.000 Programmzeilen auf einem Computer, der 40 Millionen Euro gekostet hat.

Seite 1:

Nichts ist so unsicher wie der Regen

Seite 2:

Je kleiner das Gebiet, desto unsicherer die Vorhersage

Kommentare zu " Wettervorhersage: Nichts ist so unsicher wie der Regen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%