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WHO-Experte: Alle Voraussetzungen für Grippe-Pandemie sind gegeben

Das Risiko einer großen weltweiten Grippewelle ist nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) derzeit so hoch wie lange nicht mehr. Das bestätigte der Leiter des WHO- Influenzaprogramms, Klaus Stöhr, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

dpa GENF. Das Risiko einer großen weltweiten Grippewelle ist nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) derzeit so hoch wie lange nicht mehr. Das bestätigte der Leiter des WHO- Influenzaprogramms, Klaus Stöhr, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

„Alle Bedingungen für eine solche Pandemie sind vorhanden“, sagte Stöhr. Dabei mangele es weltweit an Impfstoff. An diesem Donnerstag und Freitag hat Stöhr Vertreter von zehn Pharmaunternehmen sowie aus den Gesundheitsministerien der USA, Frankreichs, der Schweiz, Japans, Großbritanniens und aus Deutschland nach Genf eingeladen.

Stöhr will erreichen, dass die Pharmaunternehmen sich schnell in einer gemeinsamen Aktion zur Massenherstellung von Impfstoffen bereit finden. „Eine Gefahren-Konstellation wie jetzt hat es bisher noch nie gegeben“, sagte der WHO-Experte. So habe sich das aggressive Vogelgrippevirus H5n1 in Asien explosionsartig ausgebreitet. Über 30 Menschen sind bereits gestorben. Hinzu kämen nun die menschlichen Grippeviren, und eine Verbindung der beiden - bisher noch nicht festgestellt - sei nicht mehr auszuschließen. „Nach der Statistik müssen wir alle 36 Jahre mit einer großen Grippewelle rechnen“, sagte Stöhr. Dieser Zeitraum sei bereits überfällig.

Die WHO ist über das Ausmaß der Verbreitung der Vogelgrippe in Asien überaus besorgt. „Es gibt ein sehr hohes Risiko für alle“, meinte Stöhr. Zur Sorge beigetragen hat die jüngste Erkenntnis, dass sich das Virus auch im Körper von Hausenten befindet, ohne das diese Tiere sichtbare Zeichen einer Krankheit zeigen.

Sollte es zu einer großen Grippe-Pandemie kommen, dann reichten die weltweiten Vorräte an Impfstoffen bei weitem nicht aus. Derzeit werden etwa 300 Mill. Dosierungen produziert - viel zu wenig für eine Pandemie-Bekämpfung. „Nur dort, wie in den USA, wo der Staat die Impfstoffentwicklung unterstützt, geht es auch voran“, sagte Stöhr. Das Bewusstsein dafür zu schärfen sei das Ziel der Tagung in Genf.

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