Forschung + Innovation
Wieder hören durch neue Haarzellen im Ohr

Neue Haarzellen im Innenohr haben taube Meerschweinchen wieder hören lassen. Das Ergebnis lässt hoffen, dass auch schwerhörige und gehörlose Menschen auf diese Weise wieder - besser - hören können, schreiben US-Forscher in dem Fachjournal „Nature Medicine“.

dpa NEW YORK. Neue Haarzellen im Innenohr haben taube Meerschweinchen wieder hören lassen. Das Ergebnis lässt hoffen, dass auch schwerhörige und gehörlose Menschen auf diese Weise wieder - besser - hören können, schreiben US-Forscher in dem Fachjournal „Nature Medicine“.

Yehoash Raphael von der Universität von Michigan in Ann Arbor und Kollegen hatten das Wachstum neuer Haarzellen gentherapeutisch angeregt.

Sie erläutern in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift vom Montag, dass der Hörverlust bei Säugetieren, dem Mensch einschließlich, in den meisten Fällen auf den Verlust der Haarzellen in der Hörschnecke zurückzuführen ist. Schuld können Überanstrengung des Ohres (durch einen zu hohen Geräuschpegel), Medikamente, Infektionen, Autoimmunleiden oder auch schlicht das Alter sein.

Das Team schleuste ein Gen, das die Entwicklung von Haarzellen steuert, über ein Virus bei den Meerschweinchen ein. Wie erhofft, wurde das Atoh1-Gen aktiv und bewegte andere Zellen im Innenohr dazu, ihren Phänotyp zu ändern und die Funktion von Haarzellen zu übernehmen. Dadurch konnten die kleinen Nager, denen das Gehör zuvor durch toxische Medikamentengaben genommen worden war, auf einmal wieder hören.

Nach Angaben des Forscherteams haben Menschen das gleiche Atoh1- Gen in ihrem Erbgut. Erste experimentelle Versuche mit diesem Gen im Labor sowie (in vivo) am Menschen hätten ergeben, dass Atoh1 eine vergleichbare Wirkung erzielt wie das Atoh1 bei Meerschweinchen. Die Autoren schreiben, dass Millionen Menschen weltweit an Hörverlust durch beeinträchtigte oder sogar zerstörte Haarzellen im Innenohr leiden.

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