Wintersportgebiete rüsten auf
Am großen Rad

Die wichtigsten Wintersportorte in den Alpen locken die Skifahrer in dieser Saison mit neuen, schnellen und komfortbablen Seilbahnen auf die Pisten.
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DÜSSELDORF. Langsam wird es eng. In gut einer Woche muss der avantgardistische Bau am Ortsrand des Tiroler Top-Skiortes Sankt Anton fertig sein. Noch aber wirbeln die Monteure in der Talstation der neuen Gondelbahn auf den Galzig. Mitten im Trubel steht Hannes Steinlechner und versprüht Optimismus: "Das wird eine Punktlandung", sagt der Technische Leiter der Arlberger Bergbahnen, die mit den 34 Liften in der Region pro Jahr mehr als 30 Millionen Euro umsetzen. "Zum Saisonstart am 1. Dezember ist alles fertig."

Die neue Seilbahn fährt über eine Strecke von rund zweieinhalb Kilometern auf den 2100 Meter hohen Sankt Antoner Hausberg. Sie ist mit 22 Millionen Euro die größte Investition des Unternehmens seit Jahren - und eine Weltneuheit für die Branche. Das liegt weniger an der futuristischen Architektur als am ganz neuen Einstieg in der Talstation: Statt wie bisher mit klobigen Skistiefeln über mehrere Treppen zu den Gondeln hinaufzukraxeln, steigen die Skifahrer nun ebenerdig ein.

Nach der Einfahrt in die Station gleiten die Gondeln nicht wie üblich in einer Ebene weiter, sondern werden über 9,30 Meter große Riesenräder zum Einstieg auf Bodenniveau heruntergesenkt. Anschließend werden die 24 Fahrgäste mit den Gondeln über zwei weitere Riesenräder wieder in die Höhe gehoben, an zwei Förderseile gekoppelt und zum Gipfel transportiert. Bis zu 2 200 Fahrgäste pro Stunde kann die neue High-Tech-Anlage befördern - dreimal so viel wie das Vorgängermodell.

Quer durch den Alpenraum investieren die Seilbahnbetreiber derzeit massiv, um die Wintersportler mit nie gekanntem Komfort auf die Pisten zu befördern: Wintersportgebiete, aber auch Seilbahnhersteller liefern sich derzeit einen knallharten Verdrängungswettbewerb. Die etablierten Alpenorte leiden unter der neuen Konkurrenz aus Osteuropa, wo Skipässe und Übernachtung preiswerter sind. Wintersportgebiete wie Sankt Anton wollen die Kunden mit mehr Komfort halten - dazu gehören auch schicke Seilbahnen.

Ein Nebeneffekt: "Für einen ebenerdigen Einstieg benötigten wir bisher sehr große Stationsgebäude. Nun können wir die Talstation dank der Riesenräder viel kompakter bauen", lobt Bergbahner Steinlechner die vom Tiroler Architekten Georg Driendl gestaltete neue Galzigbahn.

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