Forschung + Innovation
Wirtschafts-Nobelpreis an US-Forscher und Norweger

Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaft geht auch in diesem Jahr wieder an Wissenschaftler aus US-Instituten.

dpa STOCKHOLM. Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaft geht auch in diesem Jahr wieder an Wissenschaftler aus US-Instituten.

Wie die schwedische Wissenschaftsakademie am Montag in Stockholm mitteilte, werden der 60-jährige Norweger Finn E. Kydland und der drei Jahre ältere Edward C. Prescott für ihre „bahnbrechenden Leistungen“ bei der Analyse von Triebkräften der konjunkturellen Entwicklung sowie zeitlicher Aspekte staatlicher Wirtschaftspolitik ausgezeichnet.

Kydland arbeitet an der Carnegie-Universität in Pittsburgh sowie an der Universität von Santa Barbara in Kalifornien. Prescott ist in seinem Heimatland in der Forschungsabteilung der Zentralbank des Bundesstaates Minneapolis sowie an der Universität von Tempe im Bundesstaat Arizona tätig. Mit der diesjährigen Preisvergabe hat sich die überwältigende Dominanz von Wissenschaftlern aus den Vereinigten Staaten beim Wirtschafts-Nobelpreis weiter verstärkt. Seit der ersten Vergabe 1969 waren von den 55 durchweg männlichen Preisträgern 36 US- Bürger. 42 arbeiteten zum Zeitpunkt der Vergabe in den USA.

In der Begründung der Akademie hieß es, Kydland und Prescott hätten „fundamentale Beiträge“ zur Erforschung von Konjunkturschwankungen und der Ausformung staatlicher Wirtschaftspolitik geleistet. „Dies hat nicht nur bei der makroökonomischen Analyse, sondern auch für die praktische Geld- und Finanzpolitik in vielen Ländern große Bedeutung gehabt.“ Die Preisträger hätten gezeigt, wie sich die Erwartungen gegenüber zukünftiger Wirtschaftspolitik auf die „Zeitkonsistenz“ dieser Politik auswirkten.

Der Wirtschaftspreis wurde in diesem Jahr erstmals seit seiner Stiftung nicht in derselben Woche vergeben wie die traditionellen Nobelpreise für Literatur, Medizin, Physik, Chemie und Frieden. Aus der Stockholmer Nobelstiftung verlautete dazu, man wolle mit der Verlagerung der Bekanntgabe auch nach außen den Abstand zwischen der Wirtschafts-Auszeichnung und den anderen Preisen verdeutlichen. Die in offiziellen Mitteilungen stets verwandte Bezeichnung für den Preis lautet nicht Nobelpreis, sondern „Preis der schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaft zum Gedenken an Alfred Nobel“.

Die Schwedische Akademie, von der alljährlich der Literatur- Nobelpreis verliehen wird, verlangt seit mehreren Jahren die Abschaffung des Wirtschaftspreises. Alle Nobelpreise sind in diesem Jahr mit jeweils zehn Mill. Kronen (1,1 Mill. Euro) dotiert, die sich Kydland und Prescott teilen. Der Wirtschaftspreis wird mit den seit 1901 vergebenen traditionellen Nobelpreisen am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel (1 833-1 896), feierlich überreicht.

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