Wissenschaft
35 000 Jahre altes Mammut ist der Star der Klima-Ausstellung

Die 35 000 Jahre im Sumpf sieht man ihm kaum an. Den Rüssel hat das Mammut-Baby Dima eingekringelt, seinen massigen Kopf scheint es verschüchtert einzuziehen. So hat es im tiefgekühlten Boden der sibirischen Tundra gelegen, bis Goldgräber es vor 30 Jahren ausgegraben haben.

dpa HERNE. Die 35 000 Jahre im Sumpf sieht man ihm kaum an. Den Rüssel hat das Mammut-Baby Dima eingekringelt, seinen massigen Kopf scheint es verschüchtert einzuziehen. So hat es im tiefgekühlten Boden der sibirischen Tundra gelegen, bis Goldgräber es vor 30 Jahren ausgegraben haben.

Jetzt ist Dima die Hauptattraktion für die Besucher der Sonderausstellung „Klima und Mensch“, die am Dienstag im Westfälischen Museum für Archäologie in Herne beginnt. 800 zum Teil sehr wertvolle Ausstellungsstücke sollen anschaulich machen, wie sich der Klimawandel in sechs Mill. Jahren auf Mensch und Tier ausgewirkt hat.

Kein anderes Mammut sei auch nur annähernd so gut erhalten wie Dima, betont Archäologin Yasmine Freigang vom Museum in Herne. An den Füßen ist sogar noch ein bisschen Fell zu sehen. 90 Zentimeter groß und 115 Kilo schwer ist das Mammut-Baby. Etwa sieben Monate muss es alt gewesen sein, als es in den sibirischen Sümpfen versank.

„Wir wollen den Besuchern zeigen, wie es Tiere, Pflanzen und Menschen geschafft haben, sowohl Eiszeiten als auch Hochwasserkatastrophen zu überleben“, erklärt Freigang. Viele Hungersnöte habe es durch Klimaveränderungen gegeben, sagt die Archäologin. Dann deutet sie auf ein 2 700 Jahre altes Skelett in einer Vitrine. „Ein 15 Jahre altes Mädchen. An ihren Knochen kann man sehen, dass sie in ihrem Leben elf Mal Hunger gelitten hat.“

Ein paar Meter weiter sehen die Museums-Besucher Überreste aus einer besseren Zeit. An einer Feuerstelle haben sich Ur-Menschen vor 1,6 Mill. Jahren eine Antilope gegrillt. Einige Knochenreste haben die Jahre überdauert und sind nun in Herne zu sehen. „Mit dem Klima änderte sich auch das Nahrungsangebot für die Menschen“, erklärt Freigang. Die Tiere seien kleiner und flinker geworden, also mussten sich die Menschen neue Jagd-Techniken einfallen lassen. Dies dokumentiert in der Ausstellung unter anderem der älteste bekannte Bogen der Welt.

Eine „Klimakurve“ begleitet die Besucher auf dem Rundgang durch die vergangenen sechs Mill. Jahre. „Es hat immer schon große Klimaschwankungen und Naturkatastrophen gegeben, auch ohne die Menschen. Aber erst seit 150 Jahren beeinflussen wir Menschen unser Klima massiv“, betont Museumsleiterin Barbara Rüschoff-Thale. „Wir wollen unsere Besucher informieren und aufrütteln für die Bedeutung des Klimas“, ergänzt Archäologin Freigang. „Und wir wollen zeigen: Wir können nicht so weiter machen wie bisher.“

Die Sonderausstellung „Klima und Mensch“ wird ein Jahr lang in Herne zu sehen sein. Baby-Mammut Dima wird allerdings nach vier Monaten durch eine Kopie ersetzt.

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