Wissenschaft
50 000 hüpfende Rockfans lösen „Mini-Erdbeben“ aus

Mit rhythmischem Hüpfen haben rund 50 000 Musikfans bei einem Freiluft-Konzert auf dem Nürburgring für ein Fernseh-Experiment messbare Schwingungen der Erdoberfläche ausgelöst.

dpa KöLN/NüRBURGRING. Mit rhythmischem Hüpfen haben rund 50 000 Musikfans bei einem Freiluft-Konzert auf dem Nürburgring für ein Fernseh-Experiment messbare Schwingungen der Erdoberfläche ausgelöst.

Ein „Mini-Mini-Erdbeben“ sei entstanden, teilte der Autor des Beitrags für die WDR-Wissenschaftssendung „Quarks & Co“, Ulrich Grünewald, am Montag in Köln mit. Der Boden habe sich unmittelbar am Ort der Hüpf-Aktion in der Nacht zum Montag um ein zwanzigstel Millimeter bewegt, vier Schwingungen pro Sekunde seien gemessen worden. Wissenschaftler des Geoforschungszentrums (GFZ) hätten die Schwingungen auch noch in einem Kilometer Entfernung festgestellt.

Hintergrund des Experiments war nach Angaben des Senders die Frage: Was würde passieren, wenn alle 1,3 Milliarden Chinesen gleichzeitig in die Luft springen? „Wir haben gezeigt, dass Menschen durch Hüpfen kein Erdbeben auslösen können“, sagte Grünewald. Bei einem echten Erdbeben werde das Milliardenfache an Energie freigesetzt.

Bei dem Experiment waren die Fans den Angaben zufolge beim Festival „Rock am Ring“ am Nürburgring beim Abschlusskonzert der Gruppe „Wir sind Helden“ zum Hüpfen im Takt aufgefordert worden. Seismographen am Nürburgring und bei der rund ein Kilometer entfernten Nürburg hätten die Schwingungen gemessen. „Das Schwierigste war, das Hüpfen zu synchronisieren“, erklärte Grünewald.

Vorangegangen waren kleinere Versuche, deren Ergebnisse hochgerechnet wurden. Zunächst seien die Schwingungen gemessen worden, die ein Turner beim Flick-Flack und Salto auslöst, hieß es. Dann hüpften die 47 Footballspieler. Die Aktion auf dem Nürburgring sei der Höhepunkt des Experiments gewesen. Die Ergebnisse werden in der WDR-Sendung am 12. Juni (21.00 Uhr) vorgestellt.

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