Wissenschaft
Aidsmedikament hilft auch gegen Hepatitis B

Ein Aidsmedikament hat in einer kleinen Studie überraschend auch gegen die chronische Leberentzündung Hepatitis B gewirkt.

dpa BONN. Ein Aidsmedikament hat in einer kleinen Studie überraschend auch gegen die chronische Leberentzündung Hepatitis B gewirkt. Das Mittel habe die Virenzahl bei den drei untersuchten Patienten unter die Nachweisgrenze gesenkt, bei denen die herkömmliche Hepatitis-B-Therapie versagt hatte, teilte die Universität Bonn am Donnerstag mit.

Bislang ist das Mittel mit dem Wirkstoff Tenofovir jedoch noch nicht zur Behandlung von Hepatitis-Patienten zugelassen.

„Seit einem Jahr finden wir im Blut unserer Patienten keine Virus- DNA mehr“, sagte Mitautor Prof. Wolfram Gerlich von der Universität Gießen. Die Nachweisgrenze liegt bei 30-DNA-Kopien pro Milliliter Blut. Gerlich hält es zwar für unwahrscheinlich, dass die Viren komplett eliminiert wurden. Das Unterdrücken der Viren kann jedoch weitere Leberschäden verhindern.

Forscher der Universitäten Gießen und Bonn hatten zusammen mit Kollegen vom Heinrich-Pette-Institut in Hamburg herausgefunden, dass bei manchen Hepatitis-B-Viren das Erbgut in einem Punkt verändert ist. Sie sind daher gegen die herkömmliche Hepatitis-Therapie resistent. Der Aidswirkstoff Tenofovir wirke, ebenso wie die herkömmlichen Mittel, auf die Virenvermehrung. Deswegen waren Ärzte bislang davon ausgegangen, dass Tenofovir bei Patienten mit resistenten Hepatitis-Viren ebenfalls nicht helfen kann.

Mit einer Erbgutuntersuchung der Viren vor der Behandlung könnten Ärzte schon im Voraus testen, welche Therapie Erfolg versprechen ist und somit auch Geld sparen. Die Studie ist im „New England Journal of Medicine“ (Bd. 354, S. 1 807) vom Donnerstag veröffentlicht.

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