Wissenschaft
Airbags gefährden Gehör und Atemwege von Kindern

Airbags können bei Kindern zu Atemproblemen und dauerhaften Ohrgeräuschen führen. Das Risiko von Ohrgeräuschen (Tinnitus) ist dabei auf dem Beifahrersitz deutlich größer als auf dem Rücksitz.

dpa PHILADELPHIA. Airbags können bei Kindern zu Atemproblemen und dauerhaften Ohrgeräuschen führen. Das Risiko von Ohrgeräuschen (Tinnitus) ist dabei auf dem Beifahrersitz deutlich größer als auf dem Rücksitz.

Das berichtet der britische „New Scientist“ (Bd. 2 581, S. 21) über eine neue US-Studie. Die Forschergruppe um Manoj Mittal vom Kinderkrankenhaus in Philadelphia (US-Staat Pennsylvania) hatte dafür die Daten von 4 800 Unfällen ausgewertet, an denen 7 400 Kinder beteiligt waren. Sie stellten fest, dass das Tinnitus-Risiko durch den Airbag-Knall auf dem Beifahrersitz 14 Mal größer ist als auf dem Rücksitz.

Atemwegbeschwerden traten hingegen auf Vorder- und Rücksitz gleich häufig auf. Auch der Typ des Airbags hatte keinen Einfluss, berichten die Forscher. Als Ursache hierfür sehen sie heiße Explosivpartikel, die der zusammmenfallende Airbag nach dem Unfall ins Auto bläst. Atembeschwerden nach einem Unfall waren bei den Kindern in der Untersuchung etwa fünf Mal häufiger, wenn der Airbag ausgelöst wurde. Über Tinnitus klagten insgesamt siebenmal mehr Kinder nach einem Unfall mit Airbag-Entfaltung. Das explosionsartige Aufblasen kann mit 170 Dezibel lauter sein als ein Presslufthammer. Die Untersuchung soll im Fachblatt „Accident Analysis and Prevention“ erscheinen.

Der lebensrettende Nutzen von Airbags ist unbestritten. Es sei nun an den Herstellern, Airbags zu entwicklen, die keine Gehör schädigende Druckwelle erzeugten, meint Angela King vom Königlich- Britischen Schwerhörigen-Institut. Generell wird heute empfohlen, den Beifahrerairbag auszuschalten, wenn Kinder auf dem Vordersitz sitzen.

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