Wissenschaft
Allergie-Studie stellt Unterschiede bei Darmflora von Kindern fest

Im Krankenhaus geborene Säuglinge haben nach Ergebnissen einer Allergie-Studie eine andere Darmflora als Kinder, die zu Hause geboren werden. Niederländische Wissenschaftler untersuchten die Stuhlproben von 1 000 Säuglingen zunächst einen Monat nach ihrer Geburt.

dpa MAASTRICHT. Im Krankenhaus geborene Säuglinge haben nach Ergebnissen einer Allergie-Studie eine andere Darmflora als Kinder, die zu Hause geboren werden. Niederländische Wissenschaftler untersuchten die Stuhlproben von 1 000 Säuglingen zunächst einen Monat nach ihrer Geburt.

Nach zwei Jahren ergab eine weitere Blutanalyse bei den Krankenhaus-Kindern nach Angaben der Universität Maastricht eine stärkere Neigung zu allergischen Reaktionen. „Die Zusammensetzung der Darmflora ist wahrscheinlich ein Faktor, der zur Entwicklung von Allergien beiträgt“, sagte der Leiter der Untersuchung, John Penders, am Dienstag.

Die Stuhlproben wurde den Säuglingen noch vor Ausbildung ihres Immunsystems entnommen und analysiert. Bei der Studie wurden 480 Kinder aus Hausgeburten und 520 aus dem Krankenhaus untersucht. Bei Kindern aus Krankenhaus-Geburten fand Penders eine wesentlich höhere Konzentration des Bakteriums Clostridium difficile. Bei Kindern, die per Kaiserschnitt zur Welt kamen, war die Konzentration am höchsten. Nach zwei Jahren wurde den Kindern Blutproben entnommen. Die Untersuchung zeigte bei Kindern aus dem Krankenhaus mehr Substanzen, die auf allergische Reaktionen hinweisen.

„Einen direkten Zusammenhang zu Krankenhaus-Geburten und Allergien kann man daraus nicht ableiten. Da spielen wahrscheinlich wesentlich mehr Faktoren eine Rolle“, sagte Penders. Die Studie lasse aber den Schluss zu, dass die Darmflora bei der Entstehung von allergischen Reaktionen wie Heuschnupfen, Asthma und anderen Atemwegserkrankungen ein Faktor sein könne.

Die Untersuchung ist Teil der seit dem Jahr 2000 laufenden Studie der Universität Maastricht „Kind, Eltern und Gesundheit“. Daran nehmen mehr als 2 800 Mutter-Kind-Paare ab der 14. Schwangerschaftswoche teil. Ein Schwerpunkt ist die Forschung nach Ursachen von Allergien.

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