Wissenschaft
Alles für guten Sex: Listspinnen stellen sich tot

Besonders raffinierte Männchen der Listspinne stellen sich kurz tot, um ihre Partnerinnen zum Sex zu bewegen. In ihrem Mund bieten sie zunächst ein „Brautgeschenk“ an - beispielsweise eine erbeutete Fliege - dann bleiben sie bewegungslos liegen.

dpa LONDON. Besonders raffinierte Männchen der Listspinne stellen sich kurz tot, um ihre Partnerinnen zum Sex zu bewegen. In ihrem Mund bieten sie zunächst ein „Brautgeschenk“ an - beispielsweise eine erbeutete Fliege - dann bleiben sie bewegungslos liegen.

Wenn das Weibchen sich über die Nahrung hermacht, bringt sich das Männchen blitzschnell in die Paarungsposition. Nach einem Bericht des britischen Magazins „New Scientist“ (Nr. 2 645, S. 19) kamen 89 Prozent der männlichen Listspinnen (Pisaura mirabilis), die diese Strategie beherrschten, zum Sex. Von den Männchen, die die Technik des Totstellens nicht anwandten, schafften es nur 40 Prozent bis zur Begattung.

Außerdem konnten die trickreichen Männchen mehr Eier befruchten, da die Paarungen länger dauerten, fanden die Wissenschaftler der Universität Århus in Dänemark heraus. Bislang sei die Technik des Totstellens zur Abwehr von Fressfeinden im Tierreich bekannt gewesen.

Als Sex-Strategie sei sie erstmals beobachtet worden, hieß es weiter. „Das offensichtliche Anti-Räuber-Verhalten hat sich zu einer anwendbaren Paarungsstrategie entwickelt“, sagte die Biologin Trine Bilde von der Universität Århus dem „New Scientist“. Der Originalartikel ist im Journal „Behavioral Ecology“ erschienen.

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