Wissenschaft
Anbau von Genpflanzen besser als Einsatz von Insektiziden

Washington (dpa) ­ Auf gentechnisch veränderten Pflanzen tummeln sich mehr Bienen, Schnecken oder Milben als auf insektizidbehandelten Pflanzen.

Washington (dpa) ­ Auf gentechnisch veränderten Pflanzen tummeln sich mehr Bienen, Schnecken oder Milben als auf insektizidbehandelten Pflanzen. Im Vergleich zu insektizidfreien Feldern beherbergen die Genpflanzen aber deutlich weniger solcher wirbelloser Tiere, berichten US-Forscher im Fachmagazin „Science“ (Bd. 316, S. 1 475).

Sie hatten mehr als 40 Freilanduntersuchungen zu den ökologischen Auswirkungen des Anbaus gentechnisch veränderter Nutzpflanzen ausgewertet, um die damit möglicherweise verbundenen Risiken realistischer einschätzen zu können.

Bei den angebauten Pflanzen handelte es sich um Mais, beziehungsweise um Baumwolle, denen Gene des Bodenbakteriums Bacillus thuringiensis (Bt) eingebaut wurden. Dadurch produzieren die Pflanzen einen Giftstoff, der Schädlinge wie Käfer oder bestimmte Schmetterlinge und Falter tötet. Michelle Marvier von der Santa Clara University (US-Staat Kalifornien) und ihre Mitarbeiter werteten nun Angaben zur Häufigkeit von wirbellosen Tieren auf Feldern mit solchen Bt-Pflanzen aus. Diese verglichen sie mit Zahlen von Feldern mit herkömmlichen Pflanzen, die entweder mit Insektiziden behandelt wurden oder nicht.

Ihre Untersuchung lasse den Schluss zu, dass durch den Anbau von Genpflanzen einige unerwünschte Aspekte der Landwirtschaft gemindert werden könnten, etwa die Folgen des Insektizideinsatzes für harmlose oder nützliche Tiere, schreiben die Forscher. Allerdings beruhe diese Schlussfolgerung auf der Annahme, dass der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft die Regel ist. Das sei aber nicht unbedingt der Fall. So sei in den USA 2005 knapp ein Viertel der Maisanbaufläche mit Insektiziden behandelt worden, bei der Baumwolle seien es gut 70 Prozent gewesen. Gehe man von einer vorrangig insektizidfreien Landwirtschaft aus, mindern die Genpflanzen die Zahl wirbelloser Tiere auf dem Feld.

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