Wissenschaft
Artenvielfalt in der Tiefsee

In den Tiefen des antarktischen Südpolarmeeres hat ein Forscherteam mehr als 700 bislang unbekannte Lebewesen entdeckt.

dpa HAMBURG. In den Tiefen des antarktischen Südpolarmeeres hat ein Forscherteam mehr als 700 bislang unbekannte Lebewesen entdeckt.

Die Gruppe um Angelika Brandt, Professorin am Zoologischen Institut der Universität Hamburg, fand 585 verschiedene Asselarten und zudem bislang unbekannte Fleisch fressende Schwämme, Meerborstenwürmer sowie diverse Weichtiere. Das Team beschreibt die Artenvielfalt in der Tiefsee in der britischen Fachzeitung „Nature“ (Bd. 447, S. 307). Die Wissenschaftler hatten von 2002 bis 2005 Proben in der antarktischen Weddel-See aus Tiefen zwischen 774 und 6 348 Metern entnommen.

„In der südpolaren Tiefsee ist ein besonderer Lebensraum gegeben“, sagte Brandt am Mittwoch in Hamburg. Die Artenvielfalt nehme zu höheren Breiten hin ab. Grund sei unter anderem, dass die Nahrungsversorgung in der antarktischen Tiefsee besser sei, als in anderen Tiefengewässern.

„Zudem haben wir Indizien dafür, dass die südpolare Tiefsee die Wiege einiger Tiergruppen ist“, ergänzte die Naturwissenschaftlerin. So sei es wahrscheinlich, dass einige Lebewesen, die inzwischen auch in Tiefgewässern der Nordhemisphäre beheimatet sind, ihre Ursprünge im Südpolarmeer hätten. „Die Tiergruppen wurden mit dem polaren antarktischen Tiefenwasser über den Atlantik in nordpolare Gewässer getrieben.“

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