Wissenschaft
Auch unbewusste Signale können Verlangen nach Drogen wecken

Auch unbewusst wahrgenommene Signale können bei Süchtigen das Verlangen nach Drogen auslösen. Das haben Versuche des US-Drogeninstituts Nida ergeben. Die Forscher um Anna Rose Childress ließen vor den Augen Kokainsüchtiger Bilder von Crack-Pfeifen und Kokain-Stücke aufblitzen.

dpa SAN FRANCISCO. Auch unbewusst wahrgenommene Signale können bei Süchtigen das Verlangen nach Drogen auslösen. Das haben Versuche des US-Drogeninstituts Nida ergeben. Die Forscher um Anna Rose Childress ließen vor den Augen Kokainsüchtiger Bilder von Crack-Pfeifen und Kokain-Stücke aufblitzen.

Schon nicht wahrnehmbare 33 tausendstel Sekunden genügten, um das limbische System im Gehirn zu aktivieren, berichten die Mediziner im Journal „Plos ONE“ (Bd. 3, e1056). Dem limbischen System, das an der Steuerung von Gefühlen und Belohnung beteiligt ist, wird eine wichtige Rolle bei der Drogensucht zugeschrieben.

Dies sei der erste Beleg dafür, dass auch Reize außerhalb der bewussten Wahrnehmung im Hirn ein Verlangen nach Drogen auslösen könnten, erläuterte Nida-Direktorin Nora Volkow. „Patienten können oft nicht genau sagen, wann oder warum ihr Verlangen nach Drogen eingesetzt hat. Das Verständnis dafür, wie dieses überwältigende Bedürfnis im Hirn ausgelöst wird, ist unentbehrlich für die Behandlung der Abhängigkeit.“

Um ihre Beobachtungen zu untermauern, zeigten die Mediziner um Childress ihren Patienten zwei Tage später dieselben Bilder lang genug, um sie bewusst wahrzunehmen. Erwartungsgemäß reagierten erneut diejenigen Probanden am stärksten darauf, deren Hirne auch auf die unbewussten Reize am deutlichsten angesprochen hatten.

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