Wissenschaft
Ausgestorben geglaubter Vogel nach 139 Jahren gesichtet

Der seit fast 140 Jahren als ausgestorben geltende Großschnabel-Rohrsänger ist in Thailand zufällig wiederentdeckt worden - bei einer Beringungsaktion im Rieselfeld einer Kläranlage. Das berichtete die Schutzorganisation Birdlife am Mittwoch im britischen Cambridge.

dpa CAMBRIDGE/BANGKOK. Der seit fast 140 Jahren als ausgestorben geltende Großschnabel-Rohrsänger ist in Thailand zufällig wiederentdeckt worden - bei einer Beringungsaktion im Rieselfeld einer Kläranlage. Das berichtete die Schutzorganisation Birdlife am Mittwoch im britischen Cambridge.

Das eher unscheinbare Tier (Acrocephalus orinus) war Forschern seit jeher nicht sonderlich gut bekannt: Nur ein Exemplar wurde 1 867 im Sutlej-Tal in der indischen Region Himachal Pradesh gefangen. Seither waren sich viele Vogelkundler nicht recht sicher, ob es sich wirklich um eine eigene Art oder die Variante einer anderen handelte. Die Weltnaturschutz-Union (Iucn) notiert auf ihrer Roten Liste der bedrohten Arten zum Bestand des Tieres lediglich die Einschätzung „zu wenig Daten“.

Im März 2006 indes fand sich wieder ein Exemplar des seltenen Vogels - gefangen vom Ornithologie-Assistenzprofessor Philip Round an einer Kläranlage in der Nähe der thailändischen Hauptstadt Bangkok. „Ich war sprachlos. Es war, als würde ich einen lebenden Dodo halten“, sagte Round. Um wirklich sicher zu gehen, schoss er zahlreiche Fotos von dem Tier und entfernte ihm vorsichtig zwei Federn für eine Genanalyse. Später stellte sich heraus, dass es sich tatsächlich um den lange als verschollen geltenden Vogel handelte.

Nach Ansicht des Birdlife-Forschers Stuart Butchart ergibt es nun die Aufgabe, die vermutete Population des Großschnabel-Rohrsänger ausfindig zu machen, um die Tiere vor möglichen Bedrohungen zu schützen.

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