Wissenschaft
Bauern im Niger erobern Sahara zurück

Durch systematische Aufforstung erobern sich Bauern im Niger Teile der Sahara zurück: In den vergangenen 20 Jahren sei dadurch ein Gebiet von drei Mill. Hektar wieder begrünt worden, berichtet das britische Magazin „New Scientist“ (Nr. 2 573, S.11) in seiner Ausgabe vom kommenden Samstag.

dpa LONDON. Durch systematische Aufforstung erobern sich Bauern im Niger Teile der Sahara zurück: In den vergangenen 20 Jahren sei dadurch ein Gebiet von drei Mill. Hektar wieder begrünt worden, berichtet das britische Magazin „New Scientist“ (Nr. 2 573, S.11) in seiner Ausgabe vom kommenden Samstag.

Auf 250 000 Hektar sei bereits wieder Landwirtschaft möglich. Das entspricht der Größe des Saarlands. Bis in die frühen 1980er Jahre war die Wüste in dem afrikanischen Staat wegen fortschreitender Abholzung immer weiter gewachsen. Das Wiederanpflanzen einer Akazienart (Faidherbia albida) wurden Mitte der 1980er Jahre gestartet. „Die Erfolge sind umwerfend“, sagte Chris Reij von der Freien Universität Amsterdam, der die Ergebnisse vor kurzem auf einer Fachkonferenz in Niger präsentierte: Wo vor 20 Jahren auf verdorrtem Land kaum noch ein Baum stand, seien es nun 50 bis 100 Bäume pro Hektar.

Dadurch würden die Lebenszyklen neu in Gang gesetzt, erläuterte Reij dem „New Scientist“. Mehr Pflanzen bedeuteten nicht nur zusätzliche Lebensmittel und Tierfutter für die Bauern, sondern auch mehr Dünger, der wiederum das Erdreich stärke und vor Erosion schütze. „Die Spirale der Degeneration wurde umgekehrt“, meint Reij. Seit Mitte der 1980er Jahre seien die Erträge verschiedener Hirsesorten um 20 bis 80 Prozent gestiegen, die Gemüseproduktion habe sich vervierfacht.

Aber auch auf das Klima generell habe die Wiederaufforstung gute Effekte. So zeigten Analysen von Satellitenbildern, dass sich in der Sahelzone zwischen 1982 und 1999 die Regenmenge dort um zehn bis 20 Prozent erhöht habe, wo das Land begrünt worden sei. Reij und Kollegen hoffen nun, dass auch Nachbarländer wie Mali, Senegal und Burkina Faso dem Beispiel Nigers folgen.

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