Wissenschaft braucht Vernetzung
USA bei Nobelpreisen ungeschlagen

Die Nobelpreis-Großmacht USA liegt unangefochten auf Platz Eins. 2006 gingen alle naturwissenschaftlichen Nobelpreise an US-Forscher, seit 1901 haben die USA insgesamt 228 Nobelpreise eingeheimst mit weitem Abstand vor Großbritannien und Deutschland. Was machen die Deutschen falsch?

HB STOCKHOLM/HAMBURG. Ganz schlecht sind die Deutschen beim Nobelpreise hamstern nicht, immerhin gingen 65 der renommierten Preise an Deutsche. Damit liegt Deutschland nach Großbritannien mit 75 auf Platz Drei. Der Abstand zu den USA ist jedoch deutlich. Der Vizepräsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Prof. Helmut Schwarz, sieht die Ursachen nicht in erster Linie auf der Qualitätsebene. „Es gibt auch in Japan und Europa erstklassige Forscher, die den Preis ebenso verdient hätten. Aber was bei uns fehlt, ist eine gebündelte Lobbyarbeit“, sagte er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur DPA.

Universitäten und Forschungseinrichtungen in Deutschland müssten sich viel besser vernetzen und dann gemeinsam ihre Kandidaten vor den entsprechenden Gremien vertreten. „Da gibt's bei uns noch was nachzuholen“, sagte Schwarz. Das mangelnde Vermögen, sich selber lautstark und effizient anzupreisen, sei hier zu Lande möglicherweise auch eine Mentalitätsfrage. „In den USA gibt es da ganz andere Mechanismen.“

Der deutsche Chemie-Nobelpreisträger von 1988, Prof. Robert Huber vom Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried bei München, ergänzt: „Die Amerikaner verstehen es gut, ausgezeichnete Leute aus dem Ausland zu holen, die gute Arbeit machen.“ Paradebeispiel erfolgreicher US-Forschung ist die Medical School der Stanford University in Kalifornien: Zwei der diesjährigen fünf Naturwissenschafts-Nobelpreisträger arbeiten dort. Die kleine, aber elitäre Mediziner-Hochburg liegt im Silicon Valley. Sie führt ihren Erfolg teils auf die Nähe zu industriellen Partnern, teils aber auch auf die enge Zusammenarbeit mit der benachbarten Technischen Universität von Stanford zurück.

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