Wissenschaft
Bundesweit modernstes Hochsicherheitslabor eröffnet

Deutschlands modernstes Hochsicherheitslabor für die Virusforschung ist in Marburg offiziell in Betrieb gegangen. Dort dürfen unter der höchsten Sicherheitsstufe vier erstmals auch gentechnisch veränderte hochgefährliche Erreger wie Ebola-, Lassa- und Marburg-Viren erforscht werden.

dpa MARBURG. Deutschlands modernstes Hochsicherheitslabor für die Virusforschung ist in Marburg offiziell in Betrieb gegangen. Dort dürfen unter der höchsten Sicherheitsstufe vier erstmals auch gentechnisch veränderte hochgefährliche Erreger wie Ebola-, Lassa- und Marburg-Viren erforscht werden.

Der Bau des rund 11,5 Mill. Euro teuren Gebäudes hat rund zwei Jahre gedauert. Das Geld gaben der Bund und das Land Hessen. Ein Labor derselben Sicherheitsstufe wird Ende Januar am Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin eröffnet.

„Wir wollen verstehen, wie durch die hochgefährlichen Viren Krankheiten entstehen, und wie sich die Erreger vermehren“, sagte der neue Direktor des Marburger Instituts für Virologie, Prof. Stephan Becker. Das neue sogenannte BSL-4-Labor (Biosafety Level 4) in Marburg ersetzt eine mehrere Jahrzehnte alte Einrichtung.

Seit 1967 - damals wurde das Marburg-Virus in der hessischen Universitätsstadt entdeckt - forschen Wissenschaftler in Marburg am Marburg- und Ebola-Virus, die beide ein sogenanntes hämorrhagisches Fieber hervorrufen, das zu inneren Blutungen führt. Etwa jede fünfte Infektion mit dem Marburg-Virus endet tödlich. In dem alten Labor durften bislang nach der Schutzstufe vier der Biostoffverordnung nur natürliche Viren untersucht werden, keine gentechnisch veränderten.

Das neue Gebäude mit fünf Etagen wurde nach dem neuesten Stand der Technik errichtet. Vier Stockwerke beherbergen die Technik, die für die Forschungsarbeit in der fünften Etage unabdingbar ist. Die Laborfläche mit 285 Quadratmetern ist ein von der Außenwelt und den restlichen Etagen hermetisch abgekapselter Bereich, zu dem nur eine begrenzte Anzahl von Wissenschaftlern Zutritt hat. Um in das Labor zu gelangen, müssen die Forscher drei Sicherheitsschleusen überwinden. Es steht unter Unterdruck - damit die Luft nur in eine Richtung strömt, nämlich ins Labor hinein und nicht hinaus.

Die Gentechnik ist nach Überzeugung der Wissenschaftler für die Erforschung lebensgefährlicher Infektionskrankheiten unverzichtbar. „Um herauszubekommen, warum ein Virus krank macht, gilt es herauszufinden, welche seiner Gene für die Entstehung der Krankheit verantwortlich sind“, sagte der Leiter der Virologie am Bernhard-Nocht-Institut, Stephan Günther, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Auch im Hamburger Hochsicherheitslabor dürfe künftig mit gentechnisch veränderten Viren gearbeitet werden. Der Schwerpunkt liege dort auf Lassa-Viren.

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