Wissenschaft
Chemiker entwickeln meerwasserlösliches Plastik

US-Chemiker haben ein neuartiges Plastik entwickelt, das sich im Meer in ungiftige Substanzen auflöst. Der Kunststoff könnte das zunehmende Plastikmüllproblem der Weltmeere lindern, wie die Tageszeitung „Die Welt“ (Mittwoch) berichtet.

dpa HAMBURG/BERLIN. US-Chemiker haben ein neuartiges Plastik entwickelt, das sich im Meer in ungiftige Substanzen auflöst. Der Kunststoff könnte das zunehmende Plastikmüllproblem der Weltmeere lindern, wie die Tageszeitung „Die Welt“ (Mittwoch) berichtet.

Das abgewandelte Polyurethan könne etwa als Abdeckplane auf Schiffen dienen. Der Stoff ist aber noch nicht marktfähig.

Zehntausende Tonnen Plastikmüll verschmutzen jährlich die Ozeane und werden zu tödlichen Fallen für zahlreiche Tiere. Für den meeresfreundlichen Kunststoff ergänzten die Forscher der Universität von Süd-Mississippi in Hattiesburg das Polyurethan durch einen biologisch abbaubaren Stoff, der etwa auch für selbst auflösende Operationsfäden in der Medizin benutzt wird. Beim Kontakt mit Meerwasser zersetze sich das Plastik zu ungiftigen, natürlichen Verbindungen wie etwa Milchsäure, berichtet das Blatt.

Der neuartige Kunststoff kann sich bereits innerhalb von 20 Tagen auflösen, wie Forschungsgruppenleiter Robson Storey auf der Jahrestagung der Amerikanischen Chemikergesellschaft ACS berichtete. Zudem sei das meeresfreundliche Plastik schwerer als Wasser, so dass es tendenziell bis zu seiner Zersetzung auf den Boden sinke.

„Viele Gruppen arbeiten an bioabbaubarem Plastik, aber wir gehören zu den wenigen, die an Salzwasser-löslichem Plastik arbeiten“, sagte Storey. Nach Vorstellung der Forscher könnte es möglicherweise sogar für Lebensmittelverpackungen und Essgeschirr auf Schiffen dienen, die dann ohne schlechtes Gewissen über Bord geworfen werden könnten, um Platz zu sparen. Die US-Marine teste den wasserlöslichen Kunststoff zurzeit.

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