Wissenschaft
Chinas Sonde „Chang„e 1“ auf dem Weg zum Mond

Eine Woche nach ihrem Start hat sich am Mittwoch die erste chinesische Mondsonde auf den Weg zum Erdtrabanten gemacht. „Chang„e 1“, die nach einer legendären chinesischen Mondfee benannt ist, zündete ihr Triebwerk erfolgreich und verließ ihre bisherige Umlaufbahn um die Erde.

dpa PEKING. Eine Woche nach ihrem Start hat sich am Mittwoch die erste chinesische Mondsonde auf den Weg zum Erdtrabanten gemacht. „Chang„e 1“, die nach einer legendären chinesischen Mondfee benannt ist, zündete ihr Triebwerk erfolgreich und verließ ihre bisherige Umlaufbahn um die Erde.

Mit einer Geschwindigkeit von 10,9 Kilometern pro Sekunde ging die Sonde auf Kurs zum knapp 400 000 Kilometer entfernten Mond, wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Der Flug ist der erste Teil eines ehrgeizigen Mondprogramms, für den leistungsfähigere Raketen gebraucht werden. In Tianjin in Nordostchina wurde mit dem Bau einer Produktionsstätte für diese neue Raketengeneration begonnen.

Der Zündung des Triebwerkes der Mondsonde hatten Experten mit Bangen entgegengesehen. Hätte „Chang„e 1“ das Startfenster verpasst, wäre nicht genug Treibstoff für eine zweite Zündung oder Korrektur an Bord gewesen. Doch lief alles nach Plan. Die 2 300 Kilogramm schwere Mondsonde soll nächsten Montag am Mond eintreffen und Mitte November die ersten Bilder zur Erde funken. Ein Jahr lang wird „Chang„e 1“ den Mond umkreisen und Aufnahmen für die Forschung machen. Als nächster Schritt ist 2012 die Landung eines Mondfahrzeugs geplant. 2017 soll die Rückkehr mit etwa einem Kilogramm Mondgestein versucht werden.

Als dritte Nation der Erde, die aus eigener Kraft auch Astronauten ins All bringen kann, verfolgt das größte Entwicklungsland der Erde ein umfangreiches Raumfahrtprogramm. Die künftige Generation von Raketen, die 25 statt der bisher neun Tonnen Traglast in eine Erdumlaufbahn bringen kann, dient außer dem Mondprogramm auch dem Start schwererer Satelliten und einer geplanten Raumstation. China könne dann mit entwickelten Raumfahrtnationen gleichziehen, sagte der Präsident der Akademie für Raketentechnologie, Wu Yansheng, bei der Grundsteinlegung für das Raketenzentrum Wenchang in Tianjin.

Die Entwicklung und Tests der Schlüsseltechnologien für solche großen Raketen sind bereits abgeschlossen. Die neuen Raketen, für die ein Weltraumbahnhof auf der südchinesischen Insel Hainan gebaut wird, sollen aber frühestens 2013 starten. Vom Hafen in Tianjin können die Raketen mit dem Schiff vom Raketenzentrum nach Hainan gebracht werden. Die Kosten der neuen Produktionsstätte werden auf mehrere Mrd. Yuan (einige hundert Mill. Euro) geschätzt, ohne dass eine genau Zahl genannt wurde.

Die bisherigen chinesischen Raketen vom Typ „Langer Marsch“ sind seit 1970 bereits 103 Mal gestartet worden. Zwischen 1970 und 1997 gab es sieben Fehlschläge bei 49 Starts. Doch lag die Erfolgsrate seit 1997 bei 100 Prozent.

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