Wissenschaft
CO2 in Atmosphäre auf höchstem Stand seit 650 000 Jahren

Die Konzentration des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) in der Atmosphäre hat den höchsten Stand der vergangenen 650 000 Jahre erreicht. Das hat die Analyse eines Eisbohrkerns aus der Antarktis ergeben, wie ein internationales Forscherteam im Fachjournal „Science“ (Bd. 310, S.

dpa WASHINGTON/BREMERHAVEN. Die Konzentration des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) in der Atmosphäre hat den höchsten Stand der vergangenen 650 000 Jahre erreicht. Das hat die Analyse eines Eisbohrkerns aus der Antarktis ergeben, wie ein internationales Forscherteam im Fachjournal „Science“ (Bd. 310, S. 1 313) von diesem Freitag berichtet.

Die noch steigende CO2-Konzentration liege heute bereits um 27 Prozent über dem höchsten aufgezeichneten Stand während der vergangenen 650 000 Jahre, erläuterte Prof. Thomas Stocker von der Universität Bern.

Die Forschungen im Rahmen europäischen Eisbohrkernprojekts Epica haben den Angaben zufolge einen engen Zusammenhang zwischen Klima und Treibhausgasen in der Vergangenheit ergeben. Geringe Konzentrationen von Treibhausgasen seien in den vergangenen 650 000 Jahren mit kühleren Bedingungen verbunden gewesen. „Die Kopplung zwischen Temperatur und Kohlendioxid- beziehungsweise Methan-Konzentration in der Vergangenheit ist erstaunlich konstant“, stellte Hubertus Fischer vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremen fest. „Erst durch den Einfluss des Menschen in den letzten Jahrhunderten wurden atmosphärische Treibhausgase über ihre natürlichen Grenzen hinaus erhöht.“

Das AWI ist deutscher Partner des Epica-Projektes. Daran sind außerdem Belgien, Dänemark, Großbritannien, Frankreich, Italien, die Niederland, Norwegen, Schweden und die Schweiz beteiligt. Die im Rahmen diese Forschungsprojektes aus dem Eis der Antarktis geholten Bohrkerne enthalten atmosphärische Luftproben in winzigen Bläschen. Diese bildeten sich bei Schneefällen, aus denen sich im Laufe der Zeit das Gletschereis entwickelte. Rund zehn Prozent des Volumens eines Bohrkerns bestehen aus Luftblasen, die zwischen den Eiskristallen eingeschlossen sind.

Aus der Analyse der eingeschlossenen Luft sowie der chemischen Zusammensetzung und der physikalischen Eigenschaften des Eises ziehen Wissenschaftler Rückschlüsse auf die Zusammenhänge zwischen Prozessen in der Atmosphäre und Klimaänderungen in der Vergangenheit. Die Eisbohrkerne sind damit eine Art Klimaarchiv. Die jüngsten Analysen dehnen den Datenbestand für Kohlendioxid und Methan laut „Science“ um 210 000 Jahre aus.

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