Wissenschaft
Dänin mit aufgetautem und wieder eingepflanztem Eierstock schwanger

Eine Dänin, deren Eierstock wegen einer Krebstherapie vorübergehend entfernt worden war, ist schwanger geworden. Wie das Skejby-Krankenhaus in Århus am Freitag mitteilte, war bei der 29-jährigen Frau ein Eierstock zwei Jahre lang eingefroren.

dpa KOPENHAGEN. Eine Dänin, deren Eierstock wegen einer Krebstherapie vorübergehend entfernt worden war, ist schwanger geworden. Wie das Skejby-Krankenhaus in Århus am Freitag mitteilte, war bei der 29-jährigen Frau ein Eierstock zwei Jahre lang eingefroren. Die Schwangerschaft sei erst der dritte derartige Erfolg weltweit.

Nach ihrer Heilung vom Krebs operierten Ärzte Teile des völlig entfernten einen Eierstocks in den zweiten, durch die Chemotherapie nicht mehr funktionsfähigen Eierstock. Dieser begann nach zwei Monaten durch das gesunde Gewebe wieder mit der Produktion von Hormonen und dem Reifen von Eierzellen. Die Schwangerschaft sei dann durch eine gewöhnliche Reagenzglasbefruchtung entstanden, hieß es weiter. Nach Auskunft des Skejby-Krankenhauses erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Kopenhagener Reichshospital diesmal weltweit zum ersten Mal die Entnahme und Wiedereinpflanzung des Gewebes an verschiedenen Orten.

Bei der international als „Tissue Banking“ bekannten Methode wird jungen Krebs-Patientinnen vor dem Beginn einer Chemotherapie Eierstockgewebe entnommen und bei minus 197 Grad tiefgefroren. Den dänischen Angaben zufolge gab es Schwangerschaften durch „Tissue Banking“ von Eierstockgewebe krebskranker Frauen bisher lediglich jeweils einmal in Brüssel und Tel Aviv.

In Deutschland ist die Zahl der Betroffener nach Angaben des Reproduktionsmediziners Frank Nawroth aus Hamburg sehr hoch, weil jedes Jahr allein an Brustkrebs etwa 20 000 Frauen im gebärfähigen Alter erkranken. Einige spezialisierte „Kinderwunschzentren“ bieten die Behandlung per Gewebeentnahme an. Bislang ist aus Deutschland jedoch kein derartiger Erfolg bekannt.

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