Wissenschaft
„Dawn“-Sonde fliegt doch zu Asteroiden

Kehrtwende bei US-Raumfahrtbehörde Nasa: Die mit deutscher Beteiligung gebaute „Dawn“-Sonde soll nun doch im Juli 2007 zu den beiden Asteroiden Ceres und Vesta fliegen.

dpa WASHINGTON/KöLN. Kehrtwende bei US-Raumfahrtbehörde Nasa: Die mit deutscher Beteiligung gebaute „Dawn“-Sonde soll nun doch im Juli 2007 zu den beiden Asteroiden Ceres und Vesta fliegen. Die Nasa zog nach einer internen Überprüfung ihre zwischenzeitliche Absage der Roboter-Expedition wegen zu hoher Kosten und technischer Probleme zurück.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt begrüßte die Entscheidung. Damit würden der europäischen Planetenforschung neue Wege in der Erkundung von Asteroiden eröffnet, sagte der Vorstandsvorsitzende Sigmar Wittig. „Über die Entscheidung freue ich mich besonders, da Dawn die erste amerikanische Mission ist, auf der die beiden Hauptexperimente aus Europa stammen.“

Deutschland hat für die auf 446 Mill. Dollar (369 Mill. Euro) veranschlagte Expedition die Kameratechnik entwickelt. Damit können erstmals Bilder aus nächster Nähe eines Asteroiden aufgenommen werden. Die italienische Raumfahrtagentur steuerte ein Spektrometer bei.

Die Expedition ist deshalb so interessant für die Planetenforschung, weil Asteroiden das Material enthalten, aus dem unser Sonnensystem und damit auch die Erde vor 4,6 Mrd. Jahren entstanden ist. Die beiden Asteroiden ziehen ihre Bahnen zwischen dem Mars und Jupiter. Die Nasa hat sie wegen ihrer Gegensätzlichkeit ausgewählt.

Zuerst steuert „Dawn“ im Jahr 2011 Vesta an, den nach Nasa-Angaben hellsten Asteroiden im Sonnensystem. Vesta hat einen Durchmesser von 515 Kilometern, ist heiß und trocken und weist Spuren von Vulkanismus auf. Nach einjähriger Forschung geht der Flug weiter zum Eisklumpen Ceres mit einem Durchmesser von 950 Kilometern. Ceres ist der erste, 1 801 entdeckte Asteroid in unserem Sonnensystem. Er ist nach bisheriger Kenntnis feucht und kalt.

Die Sonde fliegt mit einem neuartigen Ionenantrieb. „Dawn“ sollte ursprünglich im Juni dieses Jahres starten. Nach Angaben der Nasa überzog die Expedition das vorgesehene Budget um 73 Mill. Dollar. Vor dem Hintergrund eines strikten Sparkurses verkündete die Nasa- Führung am 2. März daher das Aus. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits 257 Mill. Dollar ausgegeben, und die Beendigung des Projektes hätte weitere 14 Mill. Dollar gekostet. Deshalb legte das federführende Jet Propulsion Laboratory in Pasadena (Kalifornien) Widerspruch ein. Der war erfolgreich, weil die Überprüfungskommission den Technikern substanzielle Fortschritte bei vielen der ausstehenden technischen Probleme bescheinigte.

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