Wissenschaft
Depressionen führen zu Knochenschwund

Stress schlägt Mäusen nicht nur auf die Psyche, sondern auch auf die Knochen. Mit einer Studie an den Nagern haben Forscher eine mögliche Ursache für den Zusammenhang zwischen Depressionen und Knochenschwund entdeckt, der auch bei Menschen beobachtet wird.

dpa WASHINGTON. Stress schlägt Mäusen nicht nur auf die Psyche, sondern auch auf die Knochen. Mit einer Studie an den Nagern haben Forscher eine mögliche Ursache für den Zusammenhang zwischen Depressionen und Knochenschwund entdeckt, der auch bei Menschen beobachtet wird.

Die Wissenschaftler der Hebräischen Universität in Jerusalem und der Universität Pécs in Ungarn präsentieren ihre Untersuchung in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften vor („Pnas“, Bd. 103, S. 16 876). Die Ursache liegt demnach möglicherweise im so genannten sympathischen Nervensystem, dem Teil des Eingeweidenervensystems, der den Körper auf Flucht einstellt.

Die Wissenschaftler setzten die Versuchsmäuse Dauerstress aus, indem sie ihnen längere Zeit kein Wasser gaben, nachts das Licht anließen, Lärm machten und die Käfige nicht säuberten. Schon nach vier Wochen zeigten die Tiere typische Depressionserscheinungen: Anders als entspannte Artgenossen hatten sie wenig Interesse an ihrem Umfeld und an anderen Mäusen. Zugleich veränderte sich die Knochenstruktur, die Knochendichte nahm ab. Bei Verabreichung eines Anti-Depressivums verbesserte sich die Stimmung der Tiere prompt - und gleichermaßen die Knochenwerte.

Bei jenen depressiven Mäuse, deren Knochenstruktur schwächer wurde, hätten sich gleichzeitig im Knochen größere Konzentrationen des Signalstoffes Noradrenalin gefunden, berichten die Forscher um Raz Yirmiya. Hemmten die Forscher Noradrenalin mit einem weiteren Medikament, hätte sich auch der Knochenschwund gebessert. Das Verhalten der Mäuse blieb dabei unverändert. Noradrenalin wird im sympathischen Nervensystem gebildet. Daher sei die Verbindung von Depressionen und Osteoporose wahrscheinlich in diesem Teil des Eingeweidenervensystems zu suchen, schreiben die Forscher.

Auch bei Menschen, die unter schweren Depressionen leiden, wird oft eine geringere Knochendichte beobachtet. Nach Angaben der Wissenschaftler wurde bis jetzt aber noch kein Zusammenhang zwischen den beiden Leiden nachgewiesen.

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