Wissenschaft
Deutsche Forscher entdecken neue Milzbrandvariante

Deutsche Forscher haben in Kamerun eine bislang unbekannte Variante des Milzbranderregers entdeckt. Die Gruppe um Heinz Ellerbrok vom Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin isolierte die Milzbrandvariante bei vier toten Menschenaffen in einem Reservat - drei Schimpansen und einem Gorilla.

dpa BERLIN/LEIPZIG. Deutsche Forscher haben in Kamerun eine bislang unbekannte Variante des Milzbranderregers entdeckt. Die Gruppe um Heinz Ellerbrok vom Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin isolierte die Milzbrandvariante bei vier toten Menschenaffen in einem Reservat - drei Schimpansen und einem Gorilla.

Die Entdeckung belege, dass Milzbrandbakterien (Bacillus anthracis) als Todesursache wild lebender Menschenaffen weiter verbreitet sind als bisher vermutet, berichtete das RKI am Mittwoch in Berlin. Sie habe jedoch auch Bedeutung für die Industriestaaten.

„Das unterstreicht die Notwendigkeit, moderne Diagnostikverfahren ständig zu überprüfen und zu verbessern, insbesondere bei Erregern wie Bacillus anthracis, die für bioterroristische Anschläge eingesetzt werden könnten“, erläuterte RKI-Präsident Reinhard Kurth. Der im Fachjournal „Plos Pathogens“ (DOI: 10.1 371/journal.ppat.0 020 008) beschriebene Fund zeige, dass Bacillus anthracis wesentlich variabler ist als angenommen. Die jetzt isolierte Variante müsse sich bereits sehr früh in der Evolution abgespalten und unbemerkt in West- und Zentralafrika verbreitet haben.

„Die Ergebnisse zeigen auch, dass in den tropischen Regenwäldern ein unbekanntes Potenzial an Krankheitserregern vorhanden ist“, sagte Reinhard Kurth. Durch die Zerstörung der Regenwälder rückten Menschen und im Regenwald lebende Tiere immer näher zusammen. Dadurch steige das Risiko, dass der Mensch in engen Kontakt mit neuen Krankheitserregern oder neuen Varianten von bekannten Erregern kommt. Die lokale Bevölkerung ist insbesondere durch Infektionserreger bedroht, die über Wilderei und den zwar verbotenen, aber immer noch vorkommenden Handel und Verzehr von Fleisch aus den Regenwäldern, dem „Bushmeat“, übertragen werden können.

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