Wissenschaft: Dunkle Schafe sterben früher

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Dunkle Schafe sterben früher

Washington (dpa) ­ Ein Massen-Gentest bei mehr als 2 500 Schafen löst das Rätsel um das mysteriöse Verschwinden dunkelbrauner Tiere auf dem schottischen St.-Kilda-Archipel.

Washington (dpa) ­ Ein Massen-Gentest bei mehr als 2 500 Schafen löst das Rätsel um das mysteriöse Verschwinden dunkelbrauner Tiere auf dem schottischen St.-Kilda-Archipel.

Das Gen, das die dunkle Fellfarbe bei den sogenannten Soay-Schafen bestimmt, ist demnach untrennbar mit anderen Erbanlagen verknüpft, die den dunklen Tieren eine schlechtere Gesundheit bescheren. Das berichten britische Wissenschaftler um John Slate von der Universität Sheffield im US- Fachjournal „Science“ (Bd. 319, S. 318). Universell gelte dies für schwarze Schafe allerdings nicht, erläuterte Slate auf Nachfrage. Die schwarze Fellfarbe anderer Schafrassen habe eine andere genetische Basis als das dunkle Fell der Soay-Schafe.

Die urtümlichen Soay-Schafe leben ausschließlich auf dem Archipel nordwestlich der schottischen Küste und haben sich seit rund 4 000 Jahren ungestört entwickelt, wie Slate erläuterte. Aus ungeklärter Ursache wurden die dunklen Exemplare in den vergangenen mindestens 20 Jahren immer seltener, obwohl sie stets größer und kräftiger sind als ihre hellbraunen Artgenossen.

Die Forscher untersuchten nun jene Region im Erbgut genauer, in der das Gen für die dunkle Fellfarbe zu finden ist. Dort identifizierten sie einige Gene, die mit einer geringeren Fitness der Tiere im Zusammenhang stehen. Durch eine genetische Kopplung sind die schwarzen Schafe demnach auch immer dem Einfluss dieser Gene ausgesetzt. Ihre nachteilige Wirkung sei stärker als die positive Wirkung auf die Körpergröße. Die dunklen Tiere hätten damit eine reduzierte durchschnittliche Lebenserwartung. Die Zahl der hellen Schafe sollte deshalb auch in Zukunft weiter zunehmen , schreiben die Forscher

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