Wissenschaft
Durchblutungsstörungen werden oft unterschätzt

Durchblutungsstörungen werden nach Ansicht von Medizinern von vielen Menschen als Auslöser schwerer Krankheiten unterschätzt.

dpa MüNCHEN. Durchblutungsstörungen werden nach Ansicht von Medizinern von vielen Menschen als Auslöser schwerer Krankheiten unterschätzt.

In den meisten Fällen würden die Störungen durch eine Arteriosklerose (Arterienverkalkung) verursacht, die zu einem Schlaganfall oder einem Herzinfarkt führen könne, sagte Prof. Ulrich Hoffmann, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Angiologie (Gefäßkunde), in München. Viele Betroffenen nähmen die Symptome der Durchblutungsstörungen anfangs nicht ernst und gingen zu spät zum Arzt. Über die bessere Prävention bei Gefäßleiden und Fortschritte in der Behandlung wollen mehr als 1 000 Experten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bei einer Dreiländertagung für Angiologie vom 9. bis zum 12. September in München diskutieren.

Rund 20 Prozent der Menschen über 65 Jahren weisen Studien zufolge Anzeichen von Durchblutungsstörungen der Beingefäße aufgrund einer Arteriosklerose auf, sagte Hoffmann. Aber auch jüngere Menschen und selbst Kinder könnten betroffen sein. Zu den ersten Symptomen gehörten muskelkaterähnliche Schmerzen in den Beinen bei Belastung, die im Ruhezustand aufhören. Ein kurzfristiger Verlust des Sehvermögens könne auf eine Durchblutungsstörung im Gehirn hindeuten.

Weil die Erkrankung den ganzen Organismus betrifft, ist die Lebenserwartung von Menschen mit Durchblutungsstörungen nach Angaben des Mediziners Norbert Weiss um zehn Prozent verkürzt. „Patienten mit Durchblutungsstörungen sterben früher“, unterstrich der Kongresssekretär. Zu den größten Risikofaktoren gehören Rauchen, Diabetes, Bluthochdruck und hohe Cholesterinwerte. Eine Umstellung der Lebensgewohnheiten und viel Bewegung seien daher von großer Bedeutung. „Vorbeugung, Früherkennung und medikamentöse Therapie sind die Eckpfeiler, um das Risiko für Schlaganfall, Herzinfarkt oder Beinamputation zu senken“, sagte Hoffmann.

Vor allem starke Raucher, ältere Menschen und Patienten mit Diabetes sollten sich auf Durchblutungsstörungen untersuchen lassen. Dazu reiche im ersten Schritt ein einfacher und schmerzfreier Blutdrucktest am Fuß beim Hausarzt.

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