Wissenschaft
Ebola-Virus tötete tausende Menschenaffen

Das Ebola-Virus hat in Afrika tausende Gorillas und Schimpansen getötet und bis zu 95 Prozent der betroffenen Gorilla-Populationen ausgelöscht.

dpa WASHINGTON/NEW YORK. Das Ebola-Virus hat in Afrika tausende Gorillas und Schimpansen getötet und bis zu 95 Prozent der betroffenen Gorilla-Populationen ausgelöscht. Allein in einem rund 2 700 Quadratkilometer großen Gebiet zwischen Gabun und der Republik Kongo bezifferten Forscher den Verlust auf 5 000 Gorillas.

Weltweit dürfte der Gorilla-Bestand durch das Ebola-Virus in den vergangenen Jahren um etwa ein Viertel geschrumpft sein, heißt es im Wissenschaftsjournal „Science“ (Bd. 314, S. 1 522) vom Freitag.

Demnach wütete das Virus parallel zu den Ebola-Ausbrüchen beim Menschen in Zentralafrika 2002 und 2003 auch unter den Menschenaffen. Das Team um Magdalena Bermejo von der Universität Barcelona konzentrierte seine Untersuchung auf das Lossi-Primatenschutzgebiet und dessen Umgebung im Nordwesten Kongos. Die Zählungen zeigten, dass sich das Massensterben der Gorillas über tausende Quadratkilometer erstreckte. Bis zu 95 Prozent der Tiere starben. Bei den Schimpansen lag die Sterberate mit 77 Prozent etwas niedriger.

Bermejo und Kollegen befürchten, dass die durch Ebola stark dezimierten Populationen der illegalen Jagd und anderen Gefahren jetzt noch schutzloser ausgeliefert sind. Beunruhigend sei zudem, dass sich der für das Massensterben verantwortliche Zaire-Stamm des Ebola-Virus (Zebov) rasch in einige der letzten noch verbliebenen Schutzgebiete der Region ausbreite.

Das an der Studie beteiligte Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig berichtet außerdem, dass sich das Ebola-Virus meist von einer Gorilla-Gruppe zur anderen ausbreitete. Dieser Übertragungsweg biete die Chance, mit gezielten Impfungen einzugreifen und die Kette zu unterbrechen. Im Labor hätte Affen durch einen Impfstoff vor den Folgen einer Ebola-Infektion geschützt werden können.

Das Forscherteam, unter ihnen Peter Walsh aus Leipzig, hofft darauf, dass der Bericht zu Spenden für die Entwicklung eines Ebola-Impfstoffes für die bedrohten Affen führt. Laut Walsh werden etwa ein bis zwei Mill. Dollar benötigt, um eine sichere und effektive Impfung für frei lebende Gorillas und Schimpansen zu entwickeln. Dieses Geld könne später durch den Ökotourismus wieder hereingeholt werden.

Ebola hat bei Menschen und Tieren schwere innere Blutungen zur Folge, die häufig innerhalb weniger Tage zum Tode führen.

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