Wissenschaft
Ehe zwischen Cousins und Cousinen sehr fruchtbar

Aus Ehen zwischen entfernt verwandten Cousinen und Cousins auf Island gehen einer Studie zufolge mehr Kinder und Enkel hervor als aus anderen Ehen. Autor Agnar Helgason vom Biotechnik-Unternehmen decode Genetics in Reykjavik vermutet dahinter eine biologische Ursache.

dpa WASHINGTON/REYKJAVIK. Aus Ehen zwischen entfernt verwandten Cousinen und Cousins auf Island gehen einer Studie zufolge mehr Kinder und Enkel hervor als aus anderen Ehen. Autor Agnar Helgason vom Biotechnik-Unternehmen decode Genetics in Reykjavik vermutet dahinter eine biologische Ursache.

Nach einer im Journal „Science“ (Bd. 319, S. 813) veröffentlichten Untersuchung aller rund 160 000 zwischen 1 800 und 1965 auf der Insel geschlossenen Ehen standen jene zwischen Cousinen und Cousins dritten und vierten Grades deutlich an der Spitze der Fruchtbarkeits-Skala.

Die Fortpflanzung unter sehr eng verwandten Familienmitgliedern ist in vielen Ländern verboten, weil durch die genetische Ähnlichkeit das Risiko von Krankheiten groß ist. Nicht verwandte Paare hingegen kombinieren weitaus verschiedenere Erbanlagen und geben dem Kind eine vielfältigere genetische Ausstattung. Vermutlich vereinten Cousins und Cousinen dritten und vierten Grades die Vorteile verwandtschaftlicher Nähe und genetischer Verschiedenheit, heißt es in der Studie.

Das Unternehmen nennt als Beispiel Frauen, die zwischen 1 800 und 1 824 geboren wurden. Wer von ihnen mit einem Cousin dritten Grades verheiratet war, hatte im Durchschnitt rechnerisch 4,04 Kinder und 9,17 Enkel. Die Ehe mit einem Cousin achten oder noch weiter entfernten Grades ergab 3,34 Kinder und 7,31 Enkel.

Auf der Insel mit derzeit etwa 300 000 Einwohnern lassen sich Familienstammbäume durch Kirchenbücher bis zu fast tausend Jahren und weitgehend vollständig zurückverfolgen. Die voll digitalisierte Form aller Stammbäume steht jedem isländischen Bürger zur Einsicht offen. Dies liefert Genetikern eine einmalige Datensammlung.

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