Wissenschaft
Ehestress lässt Wunden langsamer heilen

Ein Ehekrach belastet nicht nur das Gemüt, sondern auch das Immunsystem. So benötigen einfache Hautwunden nach einem halbstündigen Ehestreit einen Tag länger zum Heilen, wie US-Forscher nachgewiesen haben.

dpa NEW YORK. Ein Ehekrach belastet nicht nur das Gemüt, sondern auch das Immunsystem. So benötigen einfache Hautwunden nach einem halbstündigen Ehestreit einen Tag länger zum Heilen, wie US-Forscher nachgewiesen haben. Dass Stress im Beruf oder im Straßenverkehr den Heilkräften des Körpers schadet, war bereits bekannt.

Jetzt sind die Forscher um Jan Kiecolt-Glaser von der Staatlichen Universität von Ohio auch dem hausgemachten Stress und seinen physiologischen Folgen nachgegangen. Das Ergebnis ist in den „Archives of General Psychiatry“, einem Fachjournal der Amerikanischen Ärztegesellschaft (AMA), vom Dienstag veröffentlicht.

Die Wissenschaftler luden für ihr Experiment 42 Ehepaare zwei Mal je 24 Stunden in die Klinik ein. Beim ersten Besuch wurden die Paare aufgefordert, im halbstündigen Gespräch mit dem Ehepartner dessen positive Eigenschaften herauszustreichen. Beim zweiten Aufenthalt standen die störenden Angewohnheiten zur Diskussion, die in fast allen Fällen in einen kräftigen Ehestreit mündeten.

Derweil wurde den jeweiligen Partnern Blut zur Untersuchung von Stressmarkern abgenommen. Gleichzeitig beobachteten die Forscher den Effekt des Ehestreits auf den Heilungsprozess von mehreren kleinen Hautwunden, die den Teilnehmern zum Test zugefügt worden waren. Es zeigte sich, dass die Wunden bei normalerweise friedlichen Eheleuten nach einem Streit einen Tag länger zum Heilen brauchten. Bei Ehepaaren, die generell eher feindselig miteinander umgingen, verzögerte sich der Heilungsprozess sogar um zwei Tage.

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