Wissenschaft
EKG für Reben soll Pestizideinsatz senken

Mit einer Art EKG für Reben wollen Forscher einen effektiveren Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im Weinbau ermöglichen.

dpa LANDAU/FREIBURG. Mit einer Art EKG für Reben wollen Forscher einen effektiveren Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im Weinbau ermöglichen. „Mit dieser Methode ließe sich die Umwelt schützen, und die Weinbauern könnten enorm viel Geld sparen“, sagte Edgar Wagner von der Universität Freiburg am Montag in einem dpa- Gespräch.

Bei dem Verfahren messen Forscher mit feinen Elektroden - vergleichbar mit Herzstrommessungen (EKG) beim Menschen - an den Pflanzen elektrische Aktivitäten. „Daraus lässt sich der Zustand der Pflanze analysieren - ob und wodurch sie Stress ausgesetzt ist“, sagte Wagner. Ein drohender Krankheitsbefall könne so rechtzeitig erkannt werden.

In den Versuchen beschäftigt sich das Forscherteams um Wagner mit einer der gefährlichsten Rebkrankheiten, dem Falschen Mehltau. Bei Ausbreitung kann der Pilz enorme Schäden in Weinbergen anrichten. Die Krankheit wird erst sichtbar, wenn es zu spät ist. Daher spritzten Winzer vorbeugend Pflanzenschutzmittel, ohne zu wissen, ob tatsächlich ein Befall drohe, sagte Wagner.

Zumindest im Labor konnte mittels elektrischer Messungen an den Weinblättern ein drohender Befall mit Falschem Mehltau rechtzeitig erkannt werden, berichtete der Fachmann. „Als nächstes wollen wir die Methode auch im Freiland testen.“

In Landau beschäftigen sich auf einer Fachtagung noch bis diesen Dienstag (5. September) rund 250 Experten aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft mit Fragen aus den Bereichen Ökotoxikologie und Umweltchemie.

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