Wissenschaft: Elefantenhaar gibt Aufschluss über Ernährung der Dickhäuter

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Elefantenhaar gibt Aufschluss über Ernährung der Dickhäuter

Die Analyse von Schwanzhaaren und das Bewegungsverhalten von Elefanten geben einer Studie zufolge Hinweise auf die Ernährung der Dickhäuter.

dpa WASHINGTON. Die Analyse von Schwanzhaaren und das Bewegungsverhalten von Elefanten geben einer Studie zufolge Hinweise auf die Ernährung der Dickhäuter.

„Das ist eine neue Methode, das Verhalten von Elefanten zu verstehen und ihr Überleben zu sichern“, betont der federführende Autor der Untersuchung, Thure Cerling von der Universität von Utah in Salt Lake City. Sein Team berichtet in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften („Pnas“; DOI: 10.1 073/pnas.0 509 606 102) über die Ergebnisse.

Die Wissenschaftler hatten im Samburu-Reservat in Kenia sieben Elefanten beobachtet. Sie analysierten die Kohlenstoff- und Stickstoff-Isotope in den Haaren und verfolgten mittels Satellitennavigation die Wanderung der Tiere. Sechs der sieben Elefanten aßen demnach dasselbe, vor allem Sträucher, Äste und Gräser. Elefant Lewis aber scherte aus und fraß der Haaranalyse zufolge deutlich mehr Gräser - wahrscheinlich Mais während nächtlicher Beutezüge auf Feldern außerhalb des Reservats.

Elefanten wandern aus drei Gründen, wie Mitautor Iain Douglas- Hamilton von der Elefantenschutzstiftung „Save the Elephants“ in Nairobi erläutert: Lebensunterhalt, Sicherheit und Sex. Vor allem für Bullen sei die Ernährung sehr wichtig. „Wenn sie den Wettbewerb um Weibchen gewinnen sollen, brauchen sie sehr gutes Futter.“ Das sei der Grund für risikoreiche Streifzüge auf Getreidefelder, die wegen wütender Bauern für die Tiere tödlich enden können. So wurde auch Lewis sehr wahrscheinlich von einem Bauern angeschossen und starb ein Jahr nach der Studie an den Schussverletzungen.

Nach Ansicht der Forscher ist es wichtig, herauszufinden, wie viel der Elefantennahrung von Kulturpflanzen wie Mais stammt. So lasse sich nicht nur der Schaden an der Saat ermessen, sondern auch, ob die Schutzgebiete für die Tiere ausreichend groß seien. Mit diesem Wissen könnten möglicherweise auch die Konflikte zwischen Elefanten und Menschen entschärft werden.

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