Wissenschaft
Element 111 auf den Namen „Roentgenium“ getauft

Das chemische Element 111 ist am Freitag in Darmstadt offiziell auf den Namen „Roentgenium“ (Rg) getauft worden. Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) würdigte die Arbeit der Wissenschaftler und sprach von einer Meisterleistung mit weltweiter Bedeutung.

dpa DARMSTADT. Das chemische Element 111 ist am Freitag in Darmstadt offiziell auf den Namen „Roentgenium“ (Rg) getauft worden. Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) würdigte die Arbeit der Wissenschaftler und sprach von einer Meisterleistung mit weltweiter Bedeutung.

„Sie haben eindrucksvoll ihre internationale Spitzenposition in der physikalischen Grundlagenforschung demonstriert“, sagte die Politikerin bei der Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI), die Roentgenium 1994 mit einem internationalen Forscherteam entdeckt hatte.

2003 wurde das Element, das 272 mal schwerer ist als Wasserstoff, offiziell anerkannt. Ein Jahr später akzeptierte die Internationale Union für reine und angewandte Chemie (Iupac) den Namensvorschlag der GSI. Die Iupac bestimmt die Namen neuer Elemente.

Mit dem Namen „Roentgenium“ wird der Physiker Wilhelm Conrad Röntgen geehrt, der vor 111 Jahren am 8. November 1 895 die nach ihm benannten Röntgenstrahlen entdeckte. Diese Entdeckung sei wegbereitend für das Verständnis der Atome und Atomkerne gewesen. Der Name Röntgen solle nun weltweit bekannt werden, sagte Walter F. Henning, wissenschaftlicher Geschäftsführer der GSI. Die Röntgenstrahlen seien nur im deutschsprachigen Raum nach ihrem Entdecker benannt.

Das Element 111 entsteht durch eine Kernfusion aus Nickel und Bismut, dem schwersten nicht radioaktiven Element. Es existiert im Labor nur wenige tausendstel Sekunden. „Bei der GSI haben wir das Element seit 1994 erst sechs Mal produziert, im Riken-Institut in Japan wurde es auch ein paar Mal nachgewiesen“, sagte GSI-Sprecher Ingo Peter. Inzwischen hat die GSI selbst noch das Element 112 entdeckt, und vor wenigen Wochen erzeugte ein russisch-amerikanisches Forscherteam ein noch namenloses Edelgas mit der Ordnungszahl 118.

Über die chemische Zusammensetzung von Roentgenium ist noch nichts bekannt. Wissenschaftler versprechen sich von der Entdeckung neue Erkenntnisse für die Astrophysik. „Es geht aber auch um die generelle Frage, wie schwer Elemente sein können. Wenn wir das wissen, lernen wir viel über die inneren Kräfte des Atomkerns, über das Innerste der Materie“, sagte Peter.

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