Wissenschaft: Elfenbeinschmuggel mit Hilfe von Gentests aufgeklärt

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Elfenbeinschmuggel mit Hilfe von Gentests aufgeklärt

US-Forscher haben die Herkunft des größten Elfenbeinfunds seit dem Handelsverbot 1989 mit Hilfe von Erbgutanalysen ermittelt. Demnach stammt das 2002 in Singapur entdeckte Elfenbein vor allem aus Sambia.

dpa WASHINGTON. US-Forscher haben die Herkunft des größten Elfenbeinfunds seit dem Handelsverbot 1989 mit Hilfe von Erbgutanalysen ermittelt. Demnach stammt das 2002 in Singapur entdeckte Elfenbein vor allem aus Sambia.

Der illegale Elfenbeinhandel habe mittlerweile so verheerende Ausmaße angenommen wie der Handel vor dem Verbot, schreibt das Team in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften („Pnas“, Bd. 104, S. 4 228) vom Dienstag.

Die Forscher schätzen, dass im vergangenen Jahr etwa fünf Prozent der Elefanten Afrikas der Wilderei zum Opfer fielen. Eine treibende Kraft sei Chinas boomende Wirtschaft, sagt Hauptautor Samuel Wasser, Leiter des Artenschutzzentrums der Universität von Washington in Seattle. In den vergangenen zwei Jahren habe sich der Preis für Elfenbein hoher Qualität nahezu vervierfacht. Wenn die treibende Kraft wirklich organisierte Kriminalität sein sollte, dann müsse sie an der Quelle bekämpft werden, sagte Wasser.

Das Team um Wasser hatte 67 Stoßzähne aus dem Elfenbeinfund des Jahres 2002 herausgegriffen und analysiert. Die Forscher verglichen das Erbgut mit demjenigen, dass sie vorher aus Gewebe und Kot von Elefanten quer durch Afrika entnommen hatten. Die Forscher hatten ihre DNA-Methode bereits im September 2004 vorgestellt („Pnas“, DOI: 10.1 073/pnas.0 403 170 101) und nun leicht modifiziert. Sie analysieren nicht mehr einzelne Stoßzähne sondern Zähne aus Gruppen. Das Team hatte über Jahre hinweg eine DNA-Datenbank für Elfenbein aufgebaut.

Die Wilderei von Elefanten sei derzeit so stark wie noch nie, berichtet das Team um Wasser. Allein von August 2005 bis August 2006 seien schätzungsweise 23 000 Elefanten getötet worden. Die Autoren äußerten sich verwundert, wie wenig afrikanische Länder wie Sambia gegen den Elfenbeinschmuggel unternehmen, und fordert die westlichen Länder auf, den betreffenden Staaten zu helfen. Zudem seien Bildungsprogramme in Afrika ebenso nötig wie Überzeugungsarbeit in Asien, kein Elfenbein zu verwenden. Im Jahr 2004 kostete ein Kilogramm Elfenbein den Angaben zufolge 200 Dollar (152 Euro), im Jahr 2006 waren es 750 Dollar.

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