Wissenschaft
Erbgut eines Erdöl abbauenden Bakteriums entziffert

Hoffnung für vergiftete Meere: Wissenschaftler aus Bielefeld und Braunschweig haben erstmals das Erbgut eines Erdöl abbauenden Bakteriums entziffert.

dpa BIELEFELD/BRAUNSCHWEIG. Hoffnung für vergiftete Meere: Wissenschaftler aus Bielefeld und Braunschweig haben erstmals das Erbgut eines Erdöl abbauenden Bakteriums entziffert.

Das Verständnis der Biochemie des Bakteriums Alcanivorax borkumensis könnte neue Wege der effektiven und umweltfreundlichen Reinigung ölvergifteter Gewässer ermöglichen, teilten die Universität Bielefeld und das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig am Montag mit. Die deutschen Forscher stellen gemeinsam mit Kollegen aus Italien und Spanien ihre Ergebnisse in einer Online-Vorabveröffentlichung des Fachblatts „Nature Biotechnology“ vor.

Das Bakterium könne sich ausschließlich von den Kohlenstoffen ernähren, aus denen Erdöl bestehe, sagte Vitor Martins dos Santos vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung. „Jetzt, wo wir sein Erbmaterial sequenziert haben, wollen wir herausfinden, wie ihm das gelingt.“ Nach Angaben des Koordinators des Forschungsprojekts, Peter Golyshin, ist eine Reihe von Öl abbauenden Meeresbakterien bekannt. Alcanivorax borkumensis zähle aber weltweit zu den wichtigsten. „Dieses Bakterium produziert ein ganzes Arsenal von sehr wirkungsvollen Öl oxidierenden Enzymen.“

Aber auch zum Verständnis bakterieller Überlebensstrategien könnte das Bakterium beitragen, hoffen die Forscher. Es bilde einen so genannten Biofilm an der Grenzschicht zwischen Öl und Wasser, hieß es. Biofilme spielten auch bei der Besiedelung des menschlichen Körpers durch Krankheitserreger eine wichtige Rolle.

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