Wissenschaft
Erfolg: Menschliche Nervenzellen arbeiten im Mäusehirn

In einem bisher einzigartigen Experiment haben US-Forscher gezeigt, dass embryonale Stammzellen vom Menschen im Hirn von Mäusen funktionierende Nervenzellen bilden.

dpa WASHINGTON. In einem bisher einzigartigen Experiment haben US-Forscher gezeigt, dass embryonale Stammzellen vom Menschen im Hirn von Mäusen funktionierende Nervenzellen bilden. Diese Methode könne neue Einblicke in die Entwicklung menschlicher Hirnzellen bieten und die Erforschung von Nervenleiden wie Alzheimer und Parkinson vorantreiben.

Das berichtet das Team um Fred Gage vom Salk-Institut für Biologische Studien in La Jolla (Kalifornien). Außerdem ermögliche ein solches, dringend benötigtes „Maus-Modell“, neue Wirkstoffe und Medikamente gegen diese und andere schwere Nervenleiden zu testen.

Gage und Kollegen stellen ihre vielversprechenden Experimente im Fachblatt „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (DOI: 10.1 073/pnas.0 509 315 102) von diesem Dienstag vor. Das Team injizierte humane embryonale Stammzellen (hescs) in das Hirn von Mäuseföten und verfolgte, wie aus den Stammzellen adulte humane Nervenzellen wurden.

Zwei Monate nach der Transplantation hatten sich die menschlichen Stammzellen über das Hirn der Nager verteilt und in den verschiedensten Regionen angesiedelt. Etwa 18 Monate nach den Injektionen belegte ein Test der elektrischen Eigenschaften, dass die humanen adulten Nervenzellen auch wirklich in Aktion waren. Frühere Versuche hatten bereits gezeigt, dass sich menschliche embryonale Stammzellen im Mäusehirn ansiedeln können, es war aber nicht geklärt, ob die resultierenden Zellen auch tatsächlich funktionierten. Außerdem wurden die injizierten menschlichen Zellen oft abgestoßen oder bildeten Tumore. Diese Probleme konnte die Gruppe um Gage umgehen, indem sie die Stammzellen auf Mäuse in einem sehr frühen, fötalen Stadium übertrug.

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